Klöster veränderten die Welt

Es ist die spannende Zeit des Mittelalters, in der die Klöster ihre Blütezeit erlebten. In dem einst vom heidnischen Glauben geprägten Norden mit seiner urwüchsigen Landschaft fanden Missionare unterschiedlichster Glaubensgemeinschaften ein fruchtbares Betätigungsfeld. Zunächst gingen nur die Mönche »in Klausur«. Geschickt organisierten unter anderem Zisterzienser und Prämonstratenser Kirchengemeinden und Landwirtschaft. Erst später entstanden Nonnenklöster. Manch adlige Tochter fand hier Aufnahme.

Mächtige Abteien wie in Doberan und Dargun verhalfen den Zisterziensern zu einer gewissen Vormachtstellung im Land. Emsig kultivierten die Ordensmitglieder Sümpfe und Brachland, verpflichteten neue Siedler als Bauern und Handwerker. Gesammeltes Pflanzenwissen verwandelten sie in segensreiche Klostermedizin. Die weltlichen Fürsten schätzten die frommen Gelehrten als kluge Berater. Als geschickte Landwirte und Händler versorgten die Zisterzienser die hungrigen Städter mit den Früchten ihrer Feld- und Gartenarbeit. Auch förderten sie die Pferde- und Fischzucht. Ganz nebenbei schufen die Zisterzienser eine völlig neue Ästhetik in der Baukunst. Anstelle figürlicher Darstellungen entwickelten die Mönche aus Blätterranken und verschlungenen Mustern eine eigene Form der Ornamentik, mit der sie die hohen Kirchenhallen schmückten.

Mit der Herausbildung der Städte kamen die Bettelorden ins Land. Die ersten Franziskaner ließen sich in Schwerin nieder. Gemeinsam mit den Dominikanern teilten sie sich die Seelsorge um Arme und Kranke. Viele Klöster haben im Laufe der Zeit ihre Vollkommenheit eingebüßt und sind dennoch von ergreifender Schönheit.

Die christlichen Ordensgemeinschaften hinterließen in Mecklenburg-Vorpommern einzigartige Schätze. In der letzten Zeit wurden einige von ihnen sorgsam restauriert und in alter Schönheit wieder in das Licht der Öffentlichkeit gerückt. 25 Orte präsentieren heute eindrucksvolle Spuren einstigen Klosterlebens. Darunter Backstein-Abteien mit imposanten Ausmaßen wie z.B. Dargun. Eine der größten noch erhaltenen Anlagen befindet sich in Dobbertin. So dauerte die Sanierung der doppeltürmigen Kirche und des Klausurgebäudes mit Kreuzgängen und Refektorium 15 Jahre. Als wahre Meister ihres Faches schufen die gottesfürchtigen Erbauer mit den Backsteingiganten im Norden einen ganz eigenen gotischen Stil. Von überragender Größe ist das Doberaner Münster. Aber auch kleinere Bauten zeugen von der hohen Kultur dieser Zeit. Bestes Beispiel ist das Kloster Zarrentin am Schaalsee. Der sanierte Ostflügel aus dem 14. Jahrhundert besticht durch seine hochgotische Form. Vielerorts erfüllen Kunst und Kultur die geschichtsträchtigen Gemäuer.

 

 

TIPP: Mehr Wissenswertes, Tipps und Reiseangebote rund um die Themen Klöster und Backsteingotik in MV finden Sie in unserer Broschüre Entdeckungen im Backsteinland »

 

Wissenswertes zu den einzelnen ehemaligen Klosteranlagen finden Sie in der Freizeit- und Tourenkarte » oder entdecken Sie unsere Backstein-Routen » und Pilger-Routen »

 
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