Anna Karenina

Ballett von Ralf Dörnen frei nach Lew Tolstoi Musik von Mieczys?aw Weinberg

… eine ganze Reihe von Jungmädchen- und Kindheitserinnerungen wurden in ihrer Seele geweckt, und die Finsternis, die ihr alles verdeckt hatte, riss plötzlich auf, und das Leben stand für einen Augenblick in all seinen lichten, vergangenen Freuden vor ihr …

Wagon für Wagon ziehen die Erinnerungen an ihr vorüber, wie verloren geglaubte Momentaufnahmen des Lebens. Ein letzter Atemzug, ein letztes Aufbegehren. Bis Vergangenheit und Gegenwart unter den schweren, erbarmungslos über sie hinweg tobenden Rädern für immer begraben werden. Der freiwillige Tod der Anna Karenina im Moskauer Bahnhof ist eines der großen Bilder unserer Literaturgeschichte, denn auf faszinierende Weise spiegelt es den Verlauf dieses berühmten Schicksals, das ebendort seinen Anfang nahm: Auf dem gleichen Bahnsteig begegnet die attraktive, unglücklich verheiratete Anna einige Jahre zuvor dem jungen Grafen Wronski und entdeckt in ihm all das, was ihr die eigene Ehe vorenthält; dort entfacht sie eine unstillbare Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung, für die sie bereit ist, jegliche Konvention zu brechen und den Ausschluss aus der Gesellschaft zu riskieren. Sogar ihren Sohn setzt sie für ein Bedürfnis aufs Spiel, das im ausgehenden 19. Jahrhundert längst noch keine Legitimität erhält. Und doch geht sie letztlich nicht am äußeren Druck zu Grunde, sondern am innersten Konflikt mit sich selbst.

Während das Leben dieser einst so stolzen Frau zunehmend entgleist, tastet sich ein deutlich jüngeres Familienmitglied, die 18-jährige Kitty, nur zaghaft an die Liebe heran und erfährt in ihrer sehr viel ruhigeren Zweisamkeit mit dem Gutsbesitzer Lewin schließlich vollkommene Erfüllung – eine gegenläufige Parallelhandlung, die dem feinsinnig gezeichneten Drama der Anna Karenina erst seine eigentliche Tiefe verleiht.

Um die vielschichtigen Erzählstränge und Charaktere in einem Abend ohne Worte greifbar zu machen, wird das BallettVorpommern dieses Meisterwerk von Lew Tolstoi nicht als lineare Geschichte nachvollziehen, sondern als Rückblende ineinanderverwobener Handlungsfragmente inszenieren.

Eintritt/Preisinformation:

13,50 € bis 32,50 € 40,00

Datum:

- leider schon vorbei -


Veranstaltungskategorie:

Theater & Bühne


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Theater Greifswald

Anklamer Straße 106
17489  Greifswald


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