Die unsichtbare Mauer - DDR-Ostseeflüchtlinge im Stasi-Visier

Sonderöffnung zur Langen Nacht der Museen 2014 in Rostock

Auch in diesem Jahr ist die Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt Rostock in der Langen Nacht der Museen geöffnet. Das Programm thematisiert die Fluchtversuche von DDR-Bürgern  über die „unsichtbare Mauer“, die Seegrenze. Mit oft abenteuerlichen Mitteln versuchten zwischen 1961 und 1989 mehr als 5.600 Menschen, über die Ostsee in die Freiheit zu gelangen. Ein ausgeklügeltes Überwachungssystem zwischen Pötenitz und Ahlbeck sollte diese Fluchten verhindern. Nur 913 Menschen erreichten ihr Ziel. Im Netz der Überwachung verfingen sich über 4.500 Ostseeflüchtlinge, die oft mehrjährige Haftstrafen zu verbüßen hatten. Ihr  Leidensweg begann meist im Rostocker Stasi-Gefängnis. Mindestens 174 Menschen kamen bei ihrer Flucht über die Ostsee ums Leben.

Programm
19:00 | Über die Ostsee in die Freiheit
Maritime Fluchten aus der DDR
Ausstellungseröffnung mit Vortrag von Dr. Volker Höffer, BStU
Der Referent geht anhand authentischer Geschichten sowohl auf das vielschichtige System der Grenzsicherung an der Ostsee und im Hinterland als auch auf die vielfältigen Fluchtmethoden und -mittel ein. Einen Schwerpunkt bildet  dabei die Rolle der DDR-Geheimpolizei. Immer spürt er auch der Frage nach, warum sich die Menschen einer derartigen Lebensgefahr oder dem Risiko jahrelanger Haft aussetzten.
Die Ausstellung wurde konzipiert und erstellt vom Verein „Über die Ostsee in die Freiheit“ e.V. und mit Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Mecklenburg-Vorpommern  gefördert. Sie ergänzt zukünftig die ständige Präsentation in der Dokumentations- und Gedenkstätte.
21:00 | „Die Flucht“
Filmpremiere und Gespräch mit dem Regisseur Jesper Clemmensen (Dänemark)
Moderation: Dr. Volker Höffer, BStU
Im März 1977 versuchten Ulla und Heinz-Georg Sender mit ihren drei Kindern in Kajaks über die Ostsee zu fliehen. Doch nur die Mutter und der Sohn schafften es, der Vater und die Töchter starben in der eiskalten See. Der dänische  Journalist Jesper Clemmensen hat sich mit der Geschichte der Familie intensiv auseinandergesetzt. Durch das Studium der Stasi-Akten und zahlreiche Gespräche mit Familienmitgliedern wurden ihm die Drohungen und die Angst sehr deutlich: „Ich habe im Vorfeld viel über die Motive von Heinz-Georg Sender gerätselt. Aber die Wirklichkeit war schlimmer als das, was ich mir vorgestellt habe.“
18:00–00:00 | Weitere Angebote
• Besichtigung der Ausstellungen
• Führungen durch die ehemalige Stasi-U-Haftanstalt
• Beratung zur Einsicht in die Stasi-Akten

Die Lange Nacht der Museen Rostock wird veranstaltet von der Hansestadt Rostock in Zusammenarbeit mit der kw Agentur Rostock.
Der Eintrittspreis gilt für alle beteiligten Museen und Einrichtungen.

Mitveranstalter der Angebote in der DuG:
„Über die Ostsee in die Freiheit“ e.V., Forschungs- und Dokumentationsstelle des Landes zur Geschichte der Diktaturen in Deutschland an der Universität Rostock

Eintritt/Preisinformation:

Eintritt für alle beteiligten Museen und Einrichtungen:
Erwachsene 10 € | Kinder bis 12 Jahre frei
Schüler, Studenten, Warnowpassinhaber 4 €

4,00 € bis 10,00 € Preis pro Person

Datum:

- leider schon vorbei -


Veranstaltungskategorie:

Ausstellung, Vortrag & Wissenschaft


Kontakt:

Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt

Hermannstraße 34b
18055  Rostock


Kontakt:

BStU, Außenstelle Rostock

Straße der Demokratie 2
18196  Waldeck/Dummerstorf


Alle Veranstaltungstermine

  • Samstag, 25.10.2014, 18:00 Uhr
Newsletter abonnieren » like uns auf