• Anziehungspunkt für Architekturpilger: Im Rettungsturm von Ulrich Müther am Binzer Strand können Paare sich heute das Ja-Wort geben, © TMV/outdoor-visions.com
    Anziehungspunkt für Architekturpilger: Im Rettungsturm von Ulrich Müther am Binzer Strand können Paare sich heute das Ja-Wort geben

1900 – 1989 Urlaub für Alle

Teil 3: Strandurlaub und abwechslungsreiches Ferienprogramm

Allein das vielseitige Badevergnügen an Ostsee und Seen, die zahlreichen Möglichkeiten für Campingfreunde und die Architektur Ulrich Müthers bieten Urlaub für jeden Geschmack. Die Übernachtungszahlen jener Zeit zeigen die Beliebtheit gleichermaßen.

  • 1909 Badeordnung: Das Baden war nur vom Hals bis zum Knie in geschlossenen, aus undurchsichtigem Stoff bestehenden Badeanzügen möglich. Die Sonne hatte keinen Zutritt.
  • 1920er Beginn der Freikörperkultur: Erste inoffizielle Strände zum Nacktbaden entstehen an der Ostsee, später gab es sogar kleine offizielle Strandabschnitte. 1932 wurde durch den „Zwickel-Erlass“ in der „Badepolizeiverordnung“ das öffentliche Nacktbaden untersagt. Seit 1942, mit kurzer Unterbrechung durch das Verbot des „Freibadewesens“ in 1954, ist die Freikörperkultur an dafür freigegebenen Orten oder versteckten Plätzen erlaubt.
  • 1936 "Seebad der 20.000": Grundsteinlegung des KdF-Seebades in Prora auf Rügen. Im „Koloss von Prora“ sollten 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können, jedoch kam es nie zu einer Fertigstellung. Im Krieg dienten die Gebäude als Lazarett und später fanden Heimatvertriebene hier ein Quartier. Heute befinden sich in der ca. 4,5 km langen Anlage mehrere Museen und die längste Jugendherberge der Welt: Jugendherberge Prora
  • 1947 Gründung des FDGB: Der Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) war in der DDR der größte „Träger“ im Tourismus. Den Urlaubern wurde ein Paket aus Unterkunfts-, Verpflegungs- und Betreuungsleistungen angeboten. Zuletzt zählte der FDGB fast 23,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr.
  • 1951 Natur-Museum Stralsund: Eröffnung des Natur-Museums Stralsund. Aus ihm wurde das heutige Deutsche Meeresmuseum. Das Ozeaneum, jüngster und größter Teil des Meeresmuseums, eröffnete am 11. August 2008 auf der Stralsunder Hafeninsel.                                             Deutsches Meeresmuseum
  • 1968 Eröffnung der Gaststätte "Teepott" in Rostock-Warnemünde: Entworfen wurde das durch ihr muschelförmiges Betondach bekannte Bauwerk von Architekt Ulrich Müther. Zu seinen weiteren bekannten Bauten an der Ostseeküste gehören das Inselparadies in Baabe (1966), das Strandrestaurant Ostseeperle in Glowe (1968) und die Seenot-Rettungsstation in Binz (1968). Teepott Restaurant Warnemünde
  • 1969 erster „Zweckverband Camping“ im Ostseebezirk: Der größte Campingplatz in der damaligen DDR ist beispielhaft für die Ferien in „Städten aus Stoff“. Bereits 1936 wurde der Zeltplatz Rostock-Markgrafenheide gegründet. 1989 stand jedes vierte „Bett“ nach Angaben des Statistischen Jahrbuchs auf einem Zeltplatz. Camping Mecklenburg-Vorpommern
  • 1971 Hotel Neptun in Rostock-Warnemünde: Das direkt am Strand gelegene 5-Sterne-Hotel in Rostock-Warnemünde nahm seinen Betrieb auf. Zu DDR-Zeiten gehörte es zur Handelsorganisation (HO) und war vornehmlich der Politprominenz und Gästen mit D-Mark vorbehalten.        Ostsee Hotel Neptun
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