• Steinstrand an der Stubbenkammer auf der Insel Rügen, © TMV/Messerschmidt
    Steinstrand an der Stubbenkammer auf der Insel Rügen

Ostseeküste präsentiert sich allergikerfreundlich

Allergiker finden an der Ostseeküste aufgrund des angenehmen Meeresklima Erholung und Entspannung für Haut und Atemwege. Das lästige Jucken auf der Haut lässt nach, die Schleimhäute der Nase schwellen ab und das Niesen wird weniger. Denn die frische Meeresbrise sorgt für unverbrauchte Luft, die als besonders abgas- und pollenarm gilt. Diese natürliche Heilkraft der Natur wurden früh entdeckt und medizinisch genutzt. Die Ostseeküste besitzt mit Heiligendamm das erste deutsche Seebad, mit Graal-Müritz den Ort, an dem die Kinder- und Jugendrehabilitation in Deutschland aus der Taufe gehoben wurde, und mit dem Ostseebad Baabe auf Rügen die erste deutsche Kommune, die als „allergikerfreundlich“ zertifiziert wurde.

 
Erstes Seebad

Das erste deutsche Seebad wurde 1793 in Heiligendamm nahe Bad Doberan gegründet. Der mecklenburgische Herzog Friedrich Franz und sein Rostocker Leibarzt Samuel Gottlieb Vogel hatten die „heilsame Wirkung des Badens im Seewasser“ entdeckt. Am Giebel des Kurhauses von Baumeister Carl Theodor Severin prangt noch heute die Inschrift „Heic te laetitia invitat post balnea sanum“, was so viel bedeutet wie: Hier empfängt dich Freude, entsteigst du gesundet dem Bade.

Im 20. Jahrhundert erlebten die Seebäder an der Küste eine Renaissance. Inzwischen genießen Kurgäste aus der ganzen Welt die natürliche Heilkraft von Ostseewind, Meerwasser, Algen, Schlick und Salz. Dabei wird die Durchblutung angeregt und das Immunsystem gestärkt. Besonders geeignet ist das Meeresklima mit seiner feuchten jodhaltigen Luft für Patienten mit Atemwegs- und Hauterkrankungen.
 

Erste Reha für Kinder

Das Seeheilbad Graal-Müritz wird bereits seit über 130 Jahren als Kurort für Kinder mit Asthma und Allergien genutzt. Am 1. Juli 1880 erholten sich die ersten vier Stadtkinder aus dem Schweriner „Anna Hospital“ mehrere Wochen unter ärztlicher Aufsicht an der Ostsee. Das war die Geburtsstunde der deutschen Kinder- und Jugendrehabilitation. Heute ist die Kinderklinik AKG „Tannenhof“ eine anerkannte Einrichtung der Kinder- und Jugendrehabilitation und eine der modernsten Einrichtungen in Deutschland. Jährlich werden hier rund 1000 Kinder mit Atemwegs- und Hautkrankheiten behandelt. In der Schwimmhalle vom „Tannenhof“ wird übrigens in gesunden Ostseewasser geschwommen, das per Leitung direkt in das Schwimmbecken gelangt.

Erste Kommune mit Zertifikat für Allergiker

Angesicht der reichen Tradition an der Ostseeküste verwundert es daher nicht, dass als erste „allergikerfreundliche Gemeinde“ im Jahr 2008 ein Ostseebad zertifiziert wurde, das Ostseebad Baabe auf Rügen. Im Ort finden Gäste mit Hausstaub- und Milbenallergien zahlreiche Unterkünfte, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder besonderen Allergien treffen in speziellen Allergiker-Hotels Hotels auf großes Verständnis und hilfreiche Unterstützung. Zudem gibt es in Baabe einen Supermarkt, der zahlreiche laktose-, glutenfreie und andere allergenfreie Produkte im Sortiment führt. Ein allergikerfreundliches Restaurant und einige Cafés haben auf ihren Karten zusätzlich Angebote für Gäste mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Wissenswertes zum Thema Allergie
 

25 Millionen Deutsche leiden unter einer Allergie

Der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF zufolge haben rund 25 Millionen Menschen in Deutschland eine Allergie. Am weitesten verbreitet ist dabei die Pollenallergie, die sich vor allem als Heuschnupfen äußert. Das allergische Schnupfen setzt ein, wenn Bäume und Gräser blühen. Dabei verursachen die Pollen attackenartig oder ständig laufende, juckende Nasen und gerötete, tränende Augen. Auch im Gaumen kann ein brennendes Gefühl entstehen. Je nach Art und Ausprägung der Allergie kommen Hautausschläge und Atembeschwerden hinzu.

Allergisch auf Tiere, Nahrungsmittel, Hausstaub und Pollen

Eine Katze streicheln, Nüsse knabbern, neben einer blühenden Wiese spazieren: Die gewöhnlichsten Tätigkeiten können für Allergiker zum Problem werden. Je nach Art der Allergie reagiert der Körper abwehrend auf körperfremde Substanzen wie Pollen oder Tierhaare, sogenannte Allergene. Die Reaktionen sind unangenehm: tränende und juckende Augen, Niesreiz, Atemnot aufgrund geschwollener Schleimhäute oder Magen-Darm-Beschwerden. Auch juckende Quaddeln und Ekzeme auf der Haut können auf eine allergische Reaktion hinweisen. Sind die allergieauslösenden Stoffe bekannt, sollten diese möglichst gemieden werden.

Mediziner raten zur Hyposensibilisierung

Sind Tierhaare, Nüsse oder Pollen als Allergieauslöser enttarnt, verhindern Allergiker Beschwerden am besten, indem sie die jeweiligen Allergene meiden. Bei Heuschnupfen ist das allerdings fast nicht möglich. Dann können Medikamente die Symptome lindern. Gute Erfolge gibt es mit einer allergenspezifischen Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. Ziel dieser Therapie ist es, das Immunsystem an die allergieauslösenden Stoffe zu gewöhnen und so überschießende Reaktion abzuschwächen. Dazu spritzt der Arzt dem Patienten in bestimmten zeitlichen Abständen eine Allergenzubereitung in steigender Dosis. In manchen Fällen kann das Allergen auch in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen werden. Komplementär sind die regionalen Fitmacher wie Thalasso-Therapien zu empfehlen.

 

Angebote für Allergiker

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