• Rennbahn 1931, © Robert Schering, Teterow
    Rennbahn 1931

90 Jahre Bergring Teterow - Die 1930er Jahre

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem MC Bergring Teterow anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der "schönsten Grasrennbahn Europas".

 

 

 

Am 25. Juni 1930 wurde der Bergring Teterow in der Mecklenburgischen Schweiz eröffnet. Dazu hatten die Teterower eine ehemalige Waldweide, die „Fudrath“, zur Rennstrecke für Motorräder umgestaltet. Mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit fanden seitdem 99 Rennen statt. Zu Pfingsten 2020 wurde der Bergring 90 Jahre alt.  Wenn auch das geplante 100. Rennen wegen der Corona Pandemie ausfiel, so können motorsportinteressierte Besucher und Bergringfans die ersten 20 Rennen von 1930 bis 1939 in einer chronologisch aufgebauten Sonderausstellung im Stadtmuseum Teterow nacherleben. Zahlen, Fakten, viele aussagekräftige Fotos und Bilder sowie originale Zeugnisse des Bergring-Kolorits dieser Zeit laden zur Erinnerung aber auch zur Vorfreude auf das 100. Jubiläumsrennen zu Pfingsten 2021 ein.

 

Aus dem Einleitungstext zur geschichtlichen Einordnung des Bergrings in den 1930er Jahren und der nationalsozialistischen Zeit

Als am 29. Juni 1930 das erste Rennen stattfand, ahnte noch niemand, das die Idee des Teterower Motorfahrer - Clubs (TMC), Rennen auf einer eigens hergerichteten Rennbahn durchzuführen, fast einhundert Jahre lang ein Erfolg sein würde. Der Bergring Teterow hatte schon nach kurzer Zeit eine Strahlkraft nicht nur deutschlandweit, sondern auch international. Die offizielle Bezeichnung Bergringstadt Teterow als Markenzeichen ist Anerkennung und Lohn für viele unzählige Persönlichkeiten sowie Helfer und Mitstreiter bei der jahrzehntelangen erfolgreichen Organisation der Rennveranstaltungen.

Der Teterower Ehrenbürger und langjährige Rennleiter Willi Peterss (1923-2009) beschrieb die Gründe für den andauernden Erfolg 1986 wie folgt: „Ausschlaggebend für die ständig wachsende Bedeutung des Bergrings war wohl die Einmaligkeit der Anlage. Sie ist und bleibt etwas Gewaltiges, fordert vom Fahrer nicht nur Mut und Entschlossenheit, sondern die völlige Beherrschung der Maschine und auch technisches Können.“ Wenn auch die zentrale Presse dem ersten Rennen keinerlei Beachtung schenkte, änderte sich das bald. In den 1930er Jahren berichteten bis zu 50 große Zeitungen neben den lokalen Blättern über das „größte motorsportliche Ereignis Norddeutschlands“ (Peterss 1986).

Auch auf den örtlichen Fremdenverkehrsblättern und -broschüren fehlte der Bergring als wichtiger touristischer Höhepunkt nicht. Im Sprachgebrauch dieser Blätter spiegelt sich der Einfluss der alle Bereiche des Lebens durchdringenden nationalsozialistischen Ideologie wider. Die Begeisterung für den Motorsport wurde für die faschistischen Ziele des Nationalsozialismus missbraucht. Der Teterower Motor-Fahrer-Club (TMC) wurde aufgelöst und verboten und in das NSKK übernommen.

Das NSKK war das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps, eine paramilitärische Unterorganisation der NSDAP (Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands) mit Sitz in München. Im August 1934 wurde es der unmittelbaren Führung Adolf Hitlers unterstellt. Im Zweiten Weltkrieg war es in großem Maße an den Deportationen von Juden und dem Holocaust beteiligt.

Ab 1934 oblag dem NSKK die Verkehrserziehung der Kraftfahrer und der Jugend. 1936wurden in Deutschland die ersten NSKK Motorsportschulen eröffnet. Auch auf dem Bergring Teterow fanden wehrsportliche Veranstaltungen im Rahmen von Jugendlagern und Fahrschulen statt. In den 1930er Jahren wurden, vor allem unter der nationalsozialistischen Landesregierung unter Ministerpräsident Dr. Friedrich Scharf, der 1926 bis 1932 Bürgermeister von Teterow war, permanent Verbesserungen an der Bahn durchgeführt. Die Rennstrecke wurde teilweise verbreitert, Barrieren komplettiert, Presse- und Zeitnehmertribüne und Rennleitungsstand errichtet, Parkplätze vergrößert und Zufahrtsstraßen gebaut. Zu Pfingsten 1936 wurde das erste internationale Bergringrennen ausgetragen, dem Jahr, in dem in Berlin die Olympischen Spiele stattfanden. Gleichzeitig wurde eine Tunnelanlage für die Zuschauer, eine Tribüne und das Bergring-Restaurant eingeweiht.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 ruhte das Renngeschehen für fast 10 Jahre. Nach Kriegsende waren die Anlagen entweder verfallen oder entfernt worden. Die Tribüne war abmontiert, der Tunnel gesprengt und das Gelände wurde als Kartoffelacker genutzt. Im November 1945 befand sich auf der Rennbahn ein Umsiedlerlager mit mehreren hundert Personen.

 

 

Datum:

vom 19.05. bis 14.11.


Veranstaltungskategorie:

Ausstellung


Kontakt:

Rats- und Polizeidienerhaus am Malchiner Tor 17166 Teterow

Südliche Ringstraße 1
17166  Teterow


Kontakt:

Stadtmuseum Teterow

Südliche Ringstraße 1
17166  Teterow

03996172827
museum@teterow.de


Alle Veranstaltungstermine

  • Samstag, 14.11.2020, 10:00 Uhr
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