• Boris Becker, Kontrollpunkt, fine art pigment print, © Boris Becker und VG Bild-Kunst Bonn 2018
    Boris Becker, Kontrollpunkt, fine art pigment print
  • Boris Becker, Buhne 12, fine art pigment print, © Boris Becker und VG Bild-Kunst Bonn 2018
    Boris Becker, Buhne 12, fine art pigment print
  • Boris Becker, Kurmuschel, fine art pigment print, © Boris Becker und VG Bild-Kunst Bonn 2018
    Boris Becker, Kurmuschel, fine art pigment print

Ausstellung – Besuch

BORIS BECKER, TORSTEN RUEHLE

Boris Becker

Der 1961 in Köln geborene Künstler zeigt aktuelle Fotoarbeiten, die im Mai 2018 in Mecklenburg - Vorpommern im Rahmen des Aufenthaltsstipendiums entstanden sind.

„...Dennoch leben die Bilder erst durch die Vorstellungskraft der Betrachter. „Für den Betrachter des Bildes kann die Hintergrundgeschichte unter Umständen völlig ohne Bedeutung sein“, erklärt Becker und führt fort: „er nimmt nur die visuellen Reize wahr und empfindet ein leichtes Zweifeln in Bezug auf den Titel der Arbeit. Viel wichtiger ist jedoch die Möglichkeit für den Betrachter, dieses Bild völlig frei in einen eigenen imaginären Kontext zu setzen.“ So eine Möglichkeit entsteht am ehesten im Bereich der Abstraktion, denn das Darstellende bringt stets einen Bezug zur Realität und somit auch zu einer wahren Begebenheit mit sich. Im Gegensatz dazu ist die Abstraktion bzw. das Abstrahierte eher frei und lässt viel Raum für eigene Interpretationen und Assoziationen. …

 ... Für Boris Becker ist also die Konfrontation mit dem Alltäglichen der Kernpunkt seines künstlerischen Schaffens. Banalität wird in Poesie umgewandelt. Die Spannung in seinen Bildern entsteht, weil Kunst als autonom und jenseits des Alltäglichen gesehen wird. Durch die Befürwortung des Alltäglichen, durch die Umarmung des Unspektakulären, definiert der Künstler auch unseren Kunstbegriff neu und liefert uns Einsichten in Dinge, die wir schon zu verstehen glaubten. Durch die Umwandlung des Alltäglichen, durch die Erforschung des Unspektakulären, öffnet er uns einen neuen Weg, nicht nur die Welt um uns herum, sondern auch uns selbst zu erkennen.”

Gérard A.Goodrow
 

Torsten Ruehle

Neben Arbeiten zum Ostseehafen Mukran sind auch Lichtkästen zu sehen - die neuesten Arbeiten Ruehles. Die aufwendig collagierten Lichtbilder führen das Thema der Linie fort, die hier meist ganz in Weiß in Erscheinung tritt. Linien sind prägendes Element leicht surrealer Konstellationen aus Malerei und Fotografien. Es entsteht eine seltsame Spannung zwischen plastischen Bildinhalten und zweidimensionaler, künstlicher Linie. Die Balance darin versetzt die Inhalte in Schwingung und schafft eine ungewohnte neue Möglichkeit der Wahrnehmung. Gleichzeitig schafft das aktive Licht der Kästen über diese hinaus Atmosphäre im Raum – die Bilder sind Quelle gefärbten Lichts.

„Oft machen die Arbeiten Ruehles einen paradoxen Eindruck: Auf den ersten Blick sind sie oft erfüllt von lyrischer Harmonie und einer beruhigenden Ikonografie nebst verblichenen Spuren eines süßen Lebens. Auf den zweiten Blick werden jedoch visuelle Störungen immer deutlicher und es ergeben sich Brüche: was eingangs transparent wirkte, wird zunehmend undurchsichtig - sowohl im visuellen als auch im übertragenen, metaphorischen Sinne.

Das Spiel zwischen Zeichnung und Linie ist dabei von Bedeutung. Gegenstände und Figuren werden durch ungewöhnlich starke Pigmentlinien konturiert und so auf das visuell-utopische Wesen ihres Gegenstands konzentriert. Die Linien symbolisieren gleichsam die materiellen Aspekte der Welt im Nachhall des Modernismus, und wenn sie in derart besonderer Weise als Bildfundament benutzt werden, welches gleichermaßen hervorhebt und einrahmt, folgt dies der reichen grafischen Tradition in der deutschen Kunst, welche die Linie als wichtiges Stilmittel begreift, oder im Kleeschen Sinne „mit einer Linie spazieren geht“.

Die Gleichzeitigkeit von Klarheit und Uneindeutigkeit durchdringt die Bilder und kratzt ganz bewusst an den vermeintlich übersichtlichen Inhalten; die Betrachtung wird gestört. Transparenz und Deckkraft variieren, während Objekte in uneindeutigen Formen fließen und so als schwindendes Gedächtnis erscheinen, als Nachhall einer verblassenden Erinnerung - ausgedrückt in der Präsenz einer eigenartigen Gegenwart. Und obwohl diese Objekte zumeist einer bestimmten Zeit oder Stilrichtung zugeordnet werden können, verleiht ihnen das typische Lineament eine Art gefrorener Anonymität und Abstraktion. Statt der tatsächlichen wahren die Inhalte lieber ihre metaphorische Eigenheiten. Eine Vielzahl perspektivischer Blickwinkel kommt zum Einsatz und oft sind die Räume von einer sonderbaren Künstlichkeit erfüllt - als sollte diesen utopischen Welten ein Gefühl der Abgründigkeit zur Seite gestellt werden, das in der Grundhaltung verblichener Utopien begründet liegt - diese Mehrdeutigkeit und Dissonanz macht die Arbeiten so spannend.“

Mark Gisbourne

Das vollständige Programm und weitere Informationen über die 19. Lange Nacht der Kunst erhalten Sie unter www.ostseebad-ahrenshoop.de.
 

Zum Atelier Josepha

Das Atelier Josepha feierte seine Eröffnung am 20. Mai 2018. Es wird zweimal im Jahr einem Künstler eine Residenz ermöglichen. Alternierend werden deutsche und internationale Künstler eingeladen.  Die Residenzkünstler werden an einem Wochenende eine Auswahl ihrer Arbeiten vorstellen. Während dieser Wochenenden wird das Atelier zur Galerie und ist der Öffentlichkeit zugänglich. Weitere Besuchstermine nach Absprache.

Das Atelier steht thematisch unter dem Thema Ostsee. Die ist Ostsee ist ein kleines Meer der großen Räume. Die Geschichte des Ostseeraums ist bestimmt vom Austausch und enger Verflechtung, wobei das Meer lange bestimmender war für die Entstehung von Kultur und Kulturen als die Nationalstaaten im Hinterland. Eine Betrachtung der Vergangenheit zeigt aber auch, dass immer dann wenn das Meer nicht mehr als Quelle des Zusammenlebens betrachtet wurde, Vertrauen schwand und die rücksichtslose Ausbeutung in den Vordergrund rückte. In diesem Sinne versteht sich das Atelier Josepha als Raum der Begegnung mit den kulturellen und natürlichen Schätzen, aber auch den aktuellen und vergangenen Bürden und Lasten der Ostsee und seiner Anrainer.

Eintritt/Preisinformation:

Eintritt mit Fähnchen der 19. Langen Nacht der Kunst: 10 €
Im Preis enthalten sind alle Veranstaltungen im Rahmen der 19. Langen Nacht der Kunst.
Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhalten freien Eintritt.

Fähnchen erhalten Sie ab dem 10.08.2018 hier:

  • Kurverwaltung Ahrenshoop
  • Veranstaltungsorte der 19. Langen Nacht der Kunst
  • Zimmervermittlungen Meerfischland und Ahrenshooper Ferien
  • Wiese vor der Alten Schule (nur am 18.08.2018)

10,00 €

Datum:

- leider schon vorbei -


Veranstaltungskategorie:

Ausstellung

Kontakt:

Atelier Josepha

Schifferberg 2a
18347  Ahrenshoop


Kontakt:

Atelier Josepha

Schifferberg 2a
18347  Ahrenshoop


Alle Veranstaltungstermine

  • Samstag, 18.08.2018, 18:00 Uhr
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