»Definiere die junge österreichische Literatur!« mit Anna Felnhofer, Elias Hirschl & Lukas Meschik

05.10.22 in Rostock

Anna Felnhofer © Nina Rechnitzer, Elias Hirschl © Leonhard Hilzensauer Zsolnay, Lukas Meschik © Maximilian Payer, © Anna Felnhofer © Nina Rechnitzer, Elias Hirschl © Leonhard Hilzensauer Zsolnay, Lukas Meschik © Maximilian Payer

Die nächsten Termine:

  • Mittwoch, 05.10.202219:30 - 21:00 Uhr
Literatur

meaoiswiamia - Österreichische Literatur on Tour | Moderation: Alexander Solloch (NDR Kultur)

Im Literaturhaus Rostock, das ein Ort für junge literarische Positionen ist, werden Anna Felnhofer, Elias Hirschl und Lukas Meschik aus ihren jüngsten Werken lesen. Für die musikalische Aufwertung des Abends werden Elias Hirschl und Lukas Meschik höchstselbst sorgen. Anna Felnhofers Roman ‚Schnittbilder‘ endet mit dem Satz: „Und macht die Augen auf“. Dem Rostocker Publikum werden an diesem Abend, davon ist auszugehen, die Augen für junge österreichische Literatur aufgehen!

Anna Felnhofer, geb. 1984 in Wien, Studium der Psychologie in Wien und Warschau, Promotion 2015. Arbeitet als Wissenschaftlerin und Klinische Psychologin an der MedUni Wien. Gründung und Leitung eines Virtuellen Realitäts(VR)-Labors (PedVR-Lab) und der internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift „Digital Psychology“. „Schnittbild“ (2021) ist ihr Debütroman, der mit dem Franz-Tumler-Preis für das beste Debüt ausgezeichnet wurde und für den Österreichischen Buchpreis 2021 (Sparte Debüt) nominiert war.

Aktuelles Werk: „Schnittbild“, Luftschacht Verlag, 2021

Silvester 2016. Fabjan sitzt mit seiner Leica am Fenster. Er blickt auf die vergangenen Monate zurück, in denen er mit einer Frau in ein Spiel geraten ist. Mit jedem Treffen wird er abhängiger von ihr, bis er am Ende überzeugt ist, nicht mehr ohne sie zu können. Frühling 1981. Ein vierzehnjähriges Mädchen wird in die Psychiatrie eingewiesen, nachdem es versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Es vertraut sich einer Psychologin an. Aber ausgerechnet diese Person erweist sich als Falle für die junge Patientin.

Elias Hirschl wurde 1994 in Wien geboren, wo er als Autor, Poetry-Slammer und Musiker lebt. 2020 erhielt er den Reinhard-Priessnitz-Preis. Bücher u.a.: „Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist dieses lausige T-Shirt“ (Roman, 2016), „Hundert schwarze Nähmaschinen“ (Roman, 2017).

Aktuelles Werk: „Salonfähig“, Zsolnay Verlag, 2021

Stundenlang übt er vor dem Spiegel seinen Gang, sein Lächeln, seine Art zu sprechen. Julius Varga, der Parteichef, ist das ganz große Idol des namenlosen Erzählers. „Ich gebe mich für dich auf, Julius. Ich liebe dich.“ In seiner Abwesenheit gießt er seine Zimmerpflanzen, als ob dies ein Staatsakt wäre. Auf einer unteren Ebene dient der Erzähler der Partei und eifert seinem Vorbild nach. Er ist besessen von Marken und Äußerlichkeiten und der Ästhetik von Terroranschlägen. Elias Hirschls neuer Roman ist ein großer Wurf und ein Vergnügen. Das wahnwitzige Porträt der Generation Slim Fit: jung, schön, intelligent, reich, oberflächlich und brandgefährlich.

Lukas Meschik, geb. 1988 in Wien, debütierte 2009 mit dem Roman „Jetzt die Sirenen“. Es folgten ein Erzählband, Romane und ein Gedichtband bei Limbus. Im Frühling 2020 betrieb er für hundert Tage ein öffentliches Notizbuch (www.coronarrativ.com). Nach drei Alben als Sänger, Texter und Gitarrist der Band Filou ist Meschik jetzt Frontmann seines Musikprojekts Moll, das Debüt „Musik“ erschien 2020. Förderpreis der Stadt Wien 2012, Kitzbühler Stadtschreiber 2013. Mit einem Auszug aus „Vaterbuch“ war Lukas Meschik 2019 beim Klagenfurter Wettlesen um den Bachmannpreis eingeladen.

Aktuelles Werk: „Einladung zur Anstrengung“, Limbus Verlag, 2021

Wir haben verlernt, miteinander zu sprechen – so beginnt Lukas Meschik seine Betrachtungen, die verdichtet wiedergeben, was uns alle beschäftigt: die vielbeschworene Polarisierung der Gesellschaft und das Erodieren unserer Kommunikationskanäle; eine von den sozialen Netzwerken befeuerte Entwicklung, die unsere Demokratie gefährdet. Der Autor dreht eine Runde, entsorgt Altglas, geht einkaufen und in die Bücherei, und im Gehen macht er sich Gedanken über Empörung und digitale Pranger, über Affektsprache und den heiligen Furor, mit dem wir uns für die gute Sache einsetzen. Was Meschik schließlich artikuliert, ist weder Aufruf noch Aufschrei, sondern eine Einladung: Sich selbst und uns alle lädt er ein, das Gespräch miteinander zu suchen – eine Anstrengung, die sich lohnt.

 

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Wissenswertes

Preise

Ticket Vvk.: 7 €

plus Gebühr Ticket Abendkasse: 10 €

Vvk. in Kürze im Pressezentrum und auf mvticket.de

Studierende erhalten mit dem Kulturticket freien Eintritt (Anmeldung unter reservierung@literaturhaus-rostock.de).

Veranstaltungstermine
  • Mittwoch, 05.10.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Veranstaltungsort
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