• Elke Ferner, © Angelika Lindenbeck
    Elke Ferner

Elke Ferner liest Anekdoten zur DDR

Bei ihren Lesungen nimmt die Autorin ihre Zuhörer mit in eine Zeit, in der es Baumaterial nur mit viel Glück und Bananen noch auf Rezept gab.

Das Leben in der DDR ist Geschichte, Elke Ferner schreibt sie auf. Mittlerweile füllen ihre Werke zwei Erzählbände „Anekdoten zur DDR I und II“, der dritte Teil erscheint im September. Bei ihren Lesungen nimmt die Autorin aus Eldena ihre Zuhörer mit in die Vergangenheit – in eine Zeit, in der jedes Dorf noch einen Konsum hatte, in der es Baumaterial nur mit viel Glück und Bananen noch auf Rezept gab. In eine Zeit, in der man längst nicht alles sagen durfte, was man dachte. 

Wer gedanklich mit in die DDR-Vergangenheit reisen will, den begrüßt die Heimatforscherin am Mittwoch, 12. September, um 14 Uhr in der Schweriner Begegnungsstätte „Quartier Friedrich’s“, Friedrich-Engels-Straße 38.

„Ich möchte Brücken bauen und Gräben schließen“, sagt die Chronistin. „Damals war nicht per se alles gut oder alles schlecht. Es geht mir um eine differenzierte Widergabe des DDR-Alltags. Ich möchte individuelle Geschichte in eine Form bringen, in der meine Leser sie nacherleben und nachempfinden können, auch wenn sie die DDR nicht selbst miterlebt haben. 

Dafür greift Elke Ferner in ihren Anekdoten auf historische Dokumente, ihre eigene Biografie und auf Erzählungen von Mitmenschen zurück. Die gelernte Heimerzieherin verknüpft Erinnerungen und wahre Ereignisse mit literarischen Elementen und webt daraus einen Erzählstoff, der längst vergangene DDR-Erlebnisse wieder lebendig werden lässt.

„Bei mir kommt nichts weg, ich vergesse nichts, ich habe Unmengen an Niederschriften und Notizbüchern“, erzählt die 62-Jährige. Ihre Großmutter war nur zwei Jahre älter, als diese die kleine Elke Ferner nach dem Tod ihrer Eltern bei sich aufgenommen hatte. Ihre Oma starb zehn Jahre später, Elke und ihr jüngerer Bruder kamen in einem Kinderheim unter. Als junge Frau ließ sie sich erst zur Wirtschaftskauffrau ausbilden. Das Erlebte ließ sie aber schon damals nicht los und so begann sie anschließend ein Studium als Heimerzieherin. Ihre Heimerfahrungen verarbeitete die Autorin Jahrzehnte später in ihrem Buch „In weißer Nacht der Schwarze Tag“.

Nur wenige Jahre arbeitete Elke Ferner in ihrem Traumberuf als Heimerzieherin, zog mehrmals um und schenkte drei Kindern das Leben. Die Wende erlebte sie als hauptamtliche Bürgermeisterin von Warsow (1988-1994). Im Jahr 1999 kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück, wie sie sagt, schuf sich ein kleines Paradies auf ihrem Familiengrundstück mit viel Raum für ihre Leidenschaft das Schreiben. 

„Ich schreibe seit ich einen Stift halten kann“, sagt die Mecklenburgerin. So kam sie schon früh zur Ahnen- und Heimatforschung, erschrieb sich unbewusst die Grundlagen für ihr eigenes Archiv und die Quelle für ihre Kurzgeschichten. 

Ihr drittes Buch „Anekdoten zur DDR“ befasst sich vor allem mit der Grenzöffnung und der Nachwendezeit und ist zum ersten Mal bebildert mit historischen Aufnahmen aus Mecklenburg. Es erscheint im September 2018. Mehr dazu gibt es auf der Homepage der Autorin unter www.elkeferner.de

Datum:

am Mi, 12.09.2018
um 14:00 Uhr


Veranstaltungskategorie:

Vortrag & Wissenschaft, Literatur


Kontakt:

Quartier Friedrich's

Friedrich-Engels-Straße 38
16061  Schwerin


Kontakt:

Volkssolidarität Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Gutenbergstraße 1
19061  Schwerin

0385303470
kerstin.liebich@volkssolidaritaet.de


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