»Heute neunzig Jahr« oder: »Für wenn ich tot«, für wenn ich lebendig bin ... Eine literarische Geburtstagsfeier für Uwe Johnson

20.07.24 in Rostock

Autor, © Nina Tetri

Die nächsten Termine:

  • Samstag, 20.07.202419:30 - 21:00 Uhr
Literatur

Matthias Göritz im Gespräch mit Prof. Holger Helbig über Uwe Johnson

Um Suche und Sprache geht es in Matthias Göritz‘ Roman »Die Sprache der Sonne«. Er führt uns in die Dreißigerjahre, die wichtigen prägenden Jahre der jungen Türkei, in dieser Zeit Exil für geflohene deutsche Intellektuelle, Ingenieure, Wissenschaftler. Und er führt uns in die Gegenwart: Lee, die Hauptfigur des Romans, in Amerika aufgewachsen, in Berlin lebend, geht in die heutige Türkei, um nach ihren Wurzeln zu suchen. Denn auch ihre deutsche Großmutter hatte sich als Jüdin in den 30er Jahren vor der Verfolgung des NS-Regimes dorthin gerettet. Sie trifft den uralten, geheimnisvollen Mann, der ihr von ihrer Großmutter als noch lebender Zeitzeuge genannt wurde. Ist es vielleicht sogar ihr Großvater selber?

Die Türkei, Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika sind die Schauplätze dieses fesselnden Romans, in dem Fiktion und Fakten zusammenspielen und für den Uwe Johnsons Romanepos »Jahrestage« in vielerlei Hinsicht Pate gestanden hat.

Matthias Göritz, geboren 1969, ist Lyriker, Übersetzer und Romancier. Er war u.a. Kurator (u.a. Frankfurter Buchmesse) und hält Vorlesungen zur Komparatistik an der Washington University in St. Louis. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Mara-Cassens-Preis, dem Robert-Gernhardt-Preis, dem William Gass Prize und dem International Pretnar Award. Er veröffentlichte Gedichtbände und vier Romane sowie Novellen, außerdem übersetzt er aus dem Englischen und Slowenischen. Göritz lebt in den USA und Deutschland.

Uwe Johnson, geboren am 20. Juli 1934, war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Neben kürzeren Romanen machte ihn sein vierteiliges Epos »Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl« berühmt, in dem er in der zeitlichen Klammer vom August 1967 bis August 1968 Gegenwart und Erinnerungen der fiktiven Mecklenburgerin Gesine Cresspahl u.a. mit Zeitungsnotizen der New York Times montiert. Gesine, die mit ihrer Tochter Marie in New York lebt und dort für eine Bank arbeitet, macht gelegentlich Tonband-Aufnahmen für ihre Tochter, „für wenn ich tot bin“. Darin hält sie ihre Erinnerungen an ihren Vater, die früh verstorbene Mutter, an Erzählungen des Vaters über NS-Vergangenheit und die Errichtung des DDR-Staates fest. Das New York ihrer Gegenwart bestimmen politisch die sogenannten Rassenunruhen, der Vietnam-Krieg und der Kalte Krieg zwischen Ost und West. Die »Jahrestage« sind mit ca. 1700 Seiten ein so monumentaler wie faszinierender Roman, der bis heute Leser:innen Autor:innen und Künstler:innen in seinen Bann zieht. Die in Rostock angesiedelte Uwe Johnson-Gesellschaft arbeitet zum Autor Uwe Johnson, der zeitweilig in Rostock studierte, und begeht jährlich den Geburtstag des Autors am 20. Juli.

Eintritt frei

Ort: Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus), Doberaner Str. 21, 18057 Rostock

Eine gemeinsame Veranstaltung der Uwe Johnson-Gesellschaft und des Literaturhauses Rostock.


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Diese Veranstaltung ist kostenlos.

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