• Natalia Klitschko, © Det Kempke
    Natalia Klitschko
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    Natalia Klitschko
  • Plakat "Naked Soul", © Foto: Det Kempe Plakat: Kurverwaltung Ostseebad Boltenhagen
    Plakat "Naked Soul"
  • Natalia Klitschko, © Det Kempke
    Natalia Klitschko

Natalia Klitschko "Naked Soul"

im Festsaal, Klützer Straße 11, Ostseebad Boltenhagen

NATALIA KLITSCHKO NAKED SOUL
„Meine Seele entscheidet, in welcher Sprache ich singe“, sagt Natalia Klitschko. „Meist ist
das Russisch oder Ukrainisch. Wie könnte es auch anders sein? Russisch, das war die
Sprache, die wir täglich in der Schule sprachen, und meine tiefsten Wurzeln sind
ukrainisch – genau wie die Volkslieder, die wir damals zu Hause sangen.“
Mittlerweile singt Natalia Klitschko keine Volkslieder mehr, zumindest nicht auf ihrem
Debüt-Album „Naked Soul“. Sie singt ihre eigenen Songs, geschrieben gemeinsam mit
ihrem musikalischem Weggefährten, dem Komponisten und Pianisten Oliver Grenville,
aufgenommen in den Capellmeister-Studios vor den Toren Hamburgs unter der Regie von
Peter Hoffmann, einem der renommiertesten Produzenten des Landes. Doch ihre
Sprachen sind der Musik erhalten geblieben - die Songs tragen lediglich englische Titel,
aus Rücksicht auf ihre Mitstreiter. „Niemand im Studio hat meine Texte verstehen können,
doch dieser Umstand hat nicht nur viel Kraft erfordert, sondern den Aufnahmen auch sehr
viel Kraft gegeben: Ich war gezwungen, ganz tief in das Gefühl hinter meinen Worten
hinab zu steigen, damit ich mich nur über den Klang meiner Stimme verständlich machen
konnte. Im Rückblick erinnert mich das sehr an meine Kindheit und Jugend: Damals
sangen, liebten, lachten und weinten wir zu westlicher Musik - zu Songs, deren Sprache
wir nicht verstanden. Und wir fühlten trotzdem, um was es ging. Wenn die Seele singt,
tritt die Sprache in den Hintergrund.“
Manchmal kraftvoll, oft fast flüsternd, immer hautnah am Ohr des Zuhörers: In ihren
Songs gibt Natalias Stimme hörbar Intimes preis, ohne dass es dafür weiterer Worte
bedürfte. Eine kleine, vornehmlich akustische und sehr variable Besetzung agiert dazu
überaus feinfühlig, vom balladesken „Hidden Soul“ über das lebensfrohe „Under The
Rain“ bis hin zu „Let Me Go“, dem letzten und einzigen englischsprachigen Titel des
Albums, einem fast traditionell swingenden Blues. Die atmenden, bisweilen von Latin-
Klängen durchzogenen Jazz-Arrangements werden getragen von Piano und Kontrabass,
ergänzt durch einzelne, die Stimme umspielende Streicher, durch behutsam eingesetztes
Schlagwerk und andere, zum Teil überraschende Klangfarben. Eine solche Klangfarbe ist
nicht zuletzt auch die für westliche Ohren ungewohnte Sprache - eine wirkliche
Entdeckung: Die Passagen in Russisch und dem noch fließenderen Ukrainisch bereichern
die chansonhaften Melodien der Songs um sehnsüchtige Melancholie und um einen
geheimnisvollen, fast exotischen Reiz.
Genauso nah und zugleich universell wie die Musik sind auch die Geschichten der Songs.
Es geht um die Liebe - in allen Ausprägungen dieses Gefühls: „Liebe umfasst für mich
alles, sie hat so unendlich viele Schattierungen, ist so stark und zugleich so fragil. Ich
brauche diese Brüche und unplanbaren Wege, die dieses Gefühl ausmachen.
Gleichförmigkeit ist Tod - die Höhen und Tiefen der Liebe, das ist für mich Leben. Deshalb
haben auch meine Songs all diese Farben, von ganz hell bis nachtschwarz. “
Musik ist für Natalia von kleinauf ein fester Teil des Lebens. Ihre Eltern sind Musiker, sie
selbst singt, seit sie denken kann: auf Familienfeiern, im Chor der Pioniere, später auch bei
Solo-Auftritten an ihrer Schule in Brovary, einer Stadt am Rande von Kiew.
„Am Ende meiner Schulzeit hatte ich den festen Wunsch, Gesang zu studieren. Das war
1991, und fast zeitgleich kollabierte die gesamte UdSSR. Plötzlich war einfach kein Platz
mehr für Kunst - es ging für uns alle darum, durchzukommen und zu überleben.“ Nur
wenig später geht es dann bereits darum, ihren bald drei Kindern und den familiären
Aufgaben als Frau eines Weltstars und Politikers gerecht zu werden. Platz für die Musik
ist immer, wenngleich meist nur in kleinem Rahmen oder auch ganz für sich: „Ich muss
einfach singen, in jeder Gefühlslage. Wenn ich nicht singe, dann stimmt etwas nicht mit
mir, das ist ein Alarmsignal.“
Je älter die Kinder werden, desto mehr Zeit wird frei, sich den in ihren vielen
Notizbüchern gesammelten Gedanken und Geschichten zu widmen und diese zu
vertonen. Die Begegnung mit Oliver Grenville ist in diesem Prozess eine glückliche
Fügung des Schicksals: Grenville trifft Natalias Ton, so intuitiv, als habe er selbst slawische
Wurzeln. „Ich hatte das große Bedürfnis, Erlebnisse meines Lebens in Musik
auszudrücken. Und ich bin sehr froh, dass ich wir uns dafür sehr viel Zeit nehmen
konnten: Wie ein Maler, der sein Bild malt, ohne dass ihm irgendjemand diktiert, wie oder
was er zu malen hätte. Ganz wahrhaftig und offen. Für mich, aber auch für die, die mir
zuhören - ich glaube, nichts berührt Menschen so sehr wie die Wahrheit, wie echte,
aufrichtige Emotion.“
Aus diesem Grund singt Natalia eines Tages auch auf einer Bühne auf dem Maidan, nicht
einen ihrer Songs, sondern eine alte ukrainisches Weise. Noch in der Nacht zuvor hat sie
ein Konzert in einem Hamburger Club gegeben. Als kurz darauf die Nachricht von der
Revolution die Runde macht, von den ersten Toten in Kiew, entscheidet sie spontan, sofort
in die Heimat zu reisen. „Ich hatte es nicht geplant, dort zu singen. Aber als ich mit
meinem Mann durch die Menschenmenge zur Bühne ging, war die Situation sehr
angespannt. Singen bedeutet viel für das slawische Volk, es bringt alle zusammen - wenn
sie singen, öffnen sie ihre Herzen. Es kam einfach aus mir heraus, und dort, wo ich gerade
noch so viel negative Energie gespürt hatte, war nun für einen Moment ganz viel Ruhe
und Kraft.“ Natalia Klitschko spricht ganz bewusst vom „slawischen Volk“, sie will und
kann nicht trennen zwischen Russen und Ukrainern: „Wir sind wie Bruder und Schwester,
doch in die Seelen wurden Hass und Misstrauen gepflanzt - Gefühle, die dort früher nicht
waren. Und nun leiden Menschen, die sich in ihren schlimmsten Albträumen nicht hätten
vorstellen können, jemals gegeneinander kämpfen zu müssen. Mein Album vereint beide
Sprachen, vielleicht ist es mein kleiner Beitrag, um auch die slawische Seele wieder zu
vereinen.“

Kartenvorverkauf:
Tourist-Information Ostseebad Boltenhagen 18,00 €, mit Kurkarte 16,00 €

Datum:

- leider schon vorbei -


Veranstaltungskategorie:

Jazz & Chanson, Klassik


Kontakt:

Festsaal

Klützer Straße 11
23946  Ostseebad Boltenhagen


Kontakt:

Kurverwaltung Ostseebad Boltenhagen

Ostseeallee 4
23946  Ostseebad Boltenhagen

+49 (0)38825 36021
ostseebad@boltenhagen.de


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  • Sonntag, 04.06.2017, 19:30 Uhr
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