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Prügel im Stall des Herrenhauses / Beating at the Stables of the Manor

Teater Must Kast, Tartu | Schauspiel in estnischer Sprache mit Simultan-Übersetzung

Ein sehr düsteres Bild unserer estnischen Vergangenheit wurde bisher gezeichnet. Die Decken waren so unglaublich niedrig und das Nationalgericht „kört“ so furchtbar wässrig. Aber während des ersten Jahres in der Theaterschule wurde uns ein Tanz namens „Die Steinjacke“ beigebracht. Es ist ein Tanz, der von estnischen Bauern erzählt, die Steine und Heu in ihre Jacken einnähten, um die Auspeitschung ihrer Herren besser ertragen zu können. Die Herrschaften schlugen so hart zu, wie sie nur konnten, und die Geschlagenen schrien, als würden sie gefoltert, ohne wirklich etwas zu spüren. Nach der Prügel liefen sie kichernd nach Hause: „Schau, wie ich diesmal wieder geschrien habe!“ Das zu erdulden war unvermeidlich, aber wir konnten uns auch für den Humor entscheiden. Was von beiden hat uns gerettet?

In dem von Birgit Landberg inszenierten und kollektiv erarbeiteten Stück geht es um estnische Identität, wie wir sie sehen und wie andere sie wahrnehmen. Es wird danach gefragt, was einen Esten überhaupt zum Esten macht. Haben wir besonders gern gelitten und ausgehalten? Wo liegen die wahren Wurzeln des Estnischen? Was kommt als nächstes? Und wie viel mehr noch wollen wir – als Schauspieler, als Publikum und Mitglieder der Gesellschaft – ertragen?

 

 

A picture has been painted of our Estonian past as a black hole, where ceilings where oh so low and our national dish “kört” was oh so watery. But during the first year of theatre school we were taught a dance called “The Stone Jacket”. It is a dance that talks of Estonian peasants who sew stone and hay under their jackets in order to endure the whipping by the lord of the manor. The lords whipped them as hard as they could and the recipients screamed as if being tortured while not feeling a thing. After the beating they ran home giggling: “See, how I screamed this time!” Suffering was inevitable, but sense of humor was a choice. Which one of those actually saved us?

The collaboratively created play, directed by Birgit Landberg, discusses being Estonian the way we see it and how we see others observe it. We ask what makes an Estonian an Estonian. What is our favorite way to suffer that we have mastered? Where next? Where really are the roots of Estonianness? And how much are we willing to endure as actors, the audience and members of society?

Datum:

am Do, 26.09.2019
um 20:30 Uhr


Veranstaltungskategorie:

Theater & Bühne


Kontakt:

Theater Vorpommern (Stralsund)

Olof-Palme-Platz 6
18439  Stralsund


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