• Künstlerhaus Lukas, © voigt & kranz UG, Prerow
    Künstlerhaus Lukas

Tag der offenen Tür – geöffnete Ateliers

Im Oktober laden wir herzlich in geöffnete Ateliers, zu zwei Lesungen zum Tag der offenen Tür in das Künstlerhaus Lukas ein.

OFFENE ATELIERS  15 – 17 Uhr
Dimitrii Zabelin (Kaliningrad/Russland) – Malerei
Ýr Jóhannsdóttir (Skagaströnd/Island) – Textil
Luise von Rohden (Halle) – Zeichnung
LESUNGEN 17 Uhr
Franziska Gerstenberg (Leipzig) – Prosa
Eva Profousová (Berlin) – Übersetzung

Franziska Gerstenberg zeichnet in ihrem literarischen Schaffen vielschichtige Bilder unserer Zeit, die ihren Ausgangspunkt oft in scheinbar unauffälligen Figuren und Konstellationen nehmen. Atmosphärische Dichte und psychologische Genauigkeit sind der Kern dieser Prosa in Erzählungen und Romanen. Zuletzt sind der Roman Spiel mit ihr (2012, Schöffling-Verlag) und der Erzählband So lange her, schon gar nicht mehr wahr (2016, Schöffling-Verlag) erschienen. Darüber hinaus veröffentlichte sie zahlreiche Kolumnen, politische Essays und Rezensionen in Zeitungen, Zeitschriften und im Radio. Die 1979 geborene Autorin studierte am Literaturinstitut Leipzig, arbeitete anschließend als Redakteurin und Mitherausgeberin von EDIT-Papier für neue Texte. Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen, dem Sächsischen Literaturpreis und verschiedenen Stipendien, u.a. in der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart 

Ýr Jóhannsdóttir ist eine Textilkünstlerin, Designerin und Künstlerin, die innerhalb des Stipendienaustauschprogramms mit der NES Artist Residency Skagaströnd aus Island zu Gast im Künstlerhaus Lukas arbeitet. Seit 2012 stellt sie ihre Arbeiten unter dem Namen Ýrúrarí aus, deren Kreationen meist aus gestrickten, tragbaren Stücken bestehen, die irgendwie der Umgebung trotzen. Das wird besonders deutlich in dem neuen Werk Þættir, in dem sie gestrickte Stücke kreiert, die sie Proben der Obsession nennt. Jedes Stück wird dabei mit unterschiedlich errechneter Wiederholung immer wieder zu größeren Stücken gestrickt, die auf diese Weise mit der Verbindung zwischen 2D und 3D spielen. Die Teile sind so gestaltet, dass sie ihre Umgebung visuell widerspiegeln und Episoden von Gedanken ohne Worte in das wirkliche Leben bringen. Die Strickwaren werden alle auf einer analogen Strickmaschine hergestellt und es kann bis zu 12 Stunden dauern, nur ein Stück zu stricken, was ein wichtiger, aber sehr versteckter Teil des Prozesses ist. Während ihres Studiums an der Glasgow School of Art nahm ihre Arbeit mit dem Wissen um verschiedene Stricktechniken und der Erstellung von Skizzenarbeiten mit Farbe und gefaltetem Papier neue Züge an, nachdem sie zuvor verschiedene Designausbildungen in Island und Dänemark absolvierte. Die in Reykjavík lebende Künstlerin erhielt Förderungen u.a. durch den Nordisk Kultur Fund und stellte vielfach aus, u.a. bei SHIFT während des Design March in Reykjavík. 

Die 1963 in Prag geborene Eva Profousová studierte Bohemistik, Russistik und Osteuropäische Geschichte in Hamburg und Glasgow. Seit 2002 ist sie freiberufliche Literaturübersetzerin aus dem Tschechischen und Publizistin. Für ihre Übersetzung des Romans von Radka Denemarková Ein herrlicher Flecken der Erde wurde sie gemeinsam mit der Autorin 2012 mit dem Georg-Dehio-Buchpreis und 2011 mit dem 1. Usedomer Literaturpreis ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin. Während ihres Aufenthaltes in Ahrenshoop wird sie an der Übersetzung von Radka Denemarkovás Roman Ein Beitrag zur Geschichte der Freude arbeiten. Schon in ihren ersten Romanen hat sich Denemarková, Theaterdramaturgin und Übersetzerin aus dem Deutschen, als Autorin mit einer besonderen sprachlichen Kraft hervorgetan. Expressiv, stellenweise geradezu exaltiert versucht sie das verstörende Thema ihres Romans -Gewalt gegen Frauen- mit der Sprache nachzubilden. So, wie Menschen durch Geld oder Macht andere Menschen beherrschen, biegt sie sich die Sprache zurecht: Gewagte Metaphern, eigenwillige Satzkonstruktionen, fiebriger Duktus. Für die Übersetzung keine kleine Herausforderung. 

Luise von Rohden ist Gaststipendiatin der Kooperation mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt. Sie ist eine Zeichnerin, deren sehr große Papierformate hörbar machen, was sich in den Zwischenräumen und rhythmischen Wiederholungen abspielt – dies in scheinbar unendlicher Wiederholung, Folge, Verdichtung. Ihre Tuschelinien sind von beeindruckender Dignität. Sie verbreiten eine Aura der phänomenologischen Reduktion und faszinieren, weil sie eine angehaltene Ruhe im Blattraum schaffen. Abstrakt und reduziert wird ein zeichnerischer Denkraum entwickelt, der ebenso klassisch und ästhetisch anmutet, wie auch innovativ wirkt durch seine nahezu unauflösbare Verdichtung des flächig definierten Zeichnungsraumes. Die 1990 in Gotha geborene Künstlerin studierte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Prof. Una H. Moehrke im Studiengang Kunst und Kunstpädagogik, dem folgte ein Studium der traditionellen chinesischen Tuschemalerei an der Academy of Fine Arts Tianjin, China. Neben mehreren Ausstellungsbeteiligungen zeigte sie ihre Werke u.a. bei Messrauschen in der Galerie Spandow Berlin oder bei Rhythmus und Struktur in der Art Now Galerie Bern. Zudem ist sie Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Burg Giebichenstein - Kunsthochschule Halle. Sie lebt und arbeitet in Halle (Saale). 

Dimitrii Zabelin ist als Austauschstipendiat des Zentrums für Zeitgenössische Kunst Kaliningrad zu Gast im Künstlerhaus Lukas. Seine wichtigste Ausdrucksform ist die Grafik. Dabei entstehen graphische Reihen, die zusammen sich als eine einzige oder experimentelle Erzählung verdichten. Das Thema der Macht spielt in seinen grafischen Untersuchungen eine ebenso bedeutende Rolle wie das Testen der verwendeten Farben. Das Motiv des Bildes, sei es eine Person, eine Architektur oder eine urbane Landschaft, bestimmt, wie Pigmente auf die Oberfläche aufgetragen werden. Momente, wie das Gefühl der menschlichen Präsenz, Macht oder Ohnmacht, alles zu verändern, jede Spur, die dazu verdammt ist, in der Dunkelheit zu verschwinden oder wieder hervorzutreten, beschäftigt ihn in seiner derzeitigen Arbeitsweise. Der 1991 in Kaliningrad geborene Künstler studierte nach einer Ausbildung an der Städtischen Kinderkunstschule Kaliningrad Grafikdesign an der Immanuel Kant Ostseeuniversität Kaliningrad. Er beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen und wurde 2014 und 2017 Preisträger der Landesausstellung Junger Künstler*innen in Kaliningrad.

Datum:

- leider schon vorbei -


Veranstaltungskategorie:

Ausstellung


Kontakt:

Künstlerhaus Lukas

Dorfstraße 35
18347  Ahrenshoop


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  • Sonntag, 28.10.2018, 15:00 Uhr
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