Ein Projekt von Antje Majweski für die Neuen Auftraggeber von Wietstock
Am 10. Oktober 2026 wurde in Wietstock in der Gemeinde Altwigshagen der „Garten für Menschen und Vögel“ eingeweiht. Eine Gruppe von Dorfbewohnerinnen hat ihn gemeinsam mit der Künstlerin Antje Majewski entworfen und zum Teil selbst umgesetzt. Damit ist das zweite Teilprojekt ihres dreiteiligen Entwurfs abgeschlossen: Das Mosaikbild wurde bereits 2022 eingeweiht, ein Pavillon mit Solarmodulen soll noch folgen. Majewski reagiert mit ihrem Entwurf auf einen Auftrag, den die Wietstocker nach dem Modell der „Neuen Auftraggeber“ formuliert haben. Dabei geben Bürgerinnen Kunstwerke zu dringlichen lokalen Fragen in Auftrag.
Viele, die aktiv mitgearbeitet hatten, kamen zur Einweihung, um zu feiern: mit Kaffee und Kuchen, einem Fackellauf, Knüppelbrot von der neuen Feuerstelle und fröhlichen Ansprachen. Auch diejenigen, die den Prozess im Dorf 2018 angestoßen hatten, waren dabei. Unter ihnen war Jürgen Bigalke, der gemeinsam mit der Ortsvorsteherin Sieglinde Priem die Feuerstelle mit einer Fackel entzündete. Die Freiwillige Feuerwehr des Ortes, die schon die Pflanzungen unterstützt hatte, bewachte die Feuerstelle.
Die von der Künstlerin entworfene Vogeltränke wurde vom lokalen Kunstschmied Wilhelm Netzband und seinem Sohn Wieland gefertigt und feierlich aufgestellt. Besonderes Interesse fanden die Texttafeln, die einen Parcours durch den Garten vorschlagen. In kurzen Zitaten geben private Gartenbesitzer*innen ihre Erfahrungen weiter und zeigen, wie Menschen, Pflanzen und Tiere unter schwierigen Bedingungen an diesem Ort zusammenleben. Die Pflanzungen selbst berücksichtigen die zunehmende Trockenheit, die der Klimawandel hier verursacht. Eine Plakatausstellung zeigte die wichtigsten Schritte bis zur Einweihung, darunter mehrere Arbeitseinsätze, bei denen das Grundstück beräumt und für die Pflanzungen vorbereitet wurde.
Die Gemeinde hatte das Grundstück großzügig zur Verfügung gestellt. Bei der Feier wurde der Dorfgarten offiziell übergeben. Bürgermeister Jan Plogsties bedankte sich stellvertretend für den Gemeinderat bei Susanne Burmester vom Kunstverein Rügen, der das Projekt als Träger begleitet hat. Alexander Koch, Direktor der Neuen Auftraggeber in Deutschland, würdigte in seinem Grußwort den langen Atem aller Beteiligten. Er stellte das Projekt in den Zusammenhang der Hunderten von Kunstwerken im Bürgerauftrag, die europaweit bereits nach diesem Handlungsmodell entstanden sind.
Über die Künstlerin
Antje Majewskis (geb. 1968, Marl, DE) Gemälde, Videoarbeiten und Installationen thematisieren den Umgang von Menschen mit kulturellen Objekten, Pflanzen und Ökosystemen. Seit 2023 lehrt Majewski Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Himmelpfort. Ihre Werke wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen internationaler Museen und Institutionen gezeigt, darunter zuletzt Galerie im Gutshaus Steglitz, Berlin (2026); Busan Sea Art Festival, Busan (2025); M HKA Antwerp, Antwerpen (2024); Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2024); Lunds konsthall, Lund (2024); KunstHausWien, Wien (2024); Almaty Gallery, Almaty (2023); Sauerland-Museum, Arnsberg (2023); Bundeskunsthalle, Bonn (2022); Kunstmuseum Thun, Thun (2021); Gropius Bau, Berlin (2019); Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin (2018).
Förderer & Partner
Der Dorfgarten wurde im Projekt Art Living Lab to Repair the Land vom Programm Kreatives Europa der Europäischen Union und vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern kofinanziert. Es wurde von Concomitentes (Spanien) koordiniert und gemeinsam mit der Association for Interdisciplinary & Intercultural Research (Kroatien), dem Kunstverein Rügen e.V. (Deutschland) und der RIA Foundation (Spanien) entwickelt.
Träger des Projektes ist Kunstverein Rügen e.V. Die Entwurfsphase zum Gesamtprojekt wurde unterstützt von der Kulturstiftung des Bundes. Das Mosaikbild entstand mit Förderungen durch Stiftung Kunstfonds/ NEUSTART KULTUR, Fondation de France sowie dem Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern.



