Letzte Chance zur Ausstellungsbesichtigung mit der Möglichkeit sich Führen zu lassen, auszutauschen und mit den Künstler:innen ins Gespräch zu kommen.
Eine Mühle, ein Fremdenheim, ein Kinderheim dann eine Ausländerkinder-Pflegestätte. Was bleibt, wenn die physischen Spuren nur noch Ruinen sind, die Natur sich einen Ort zurückholt und Zeitzeugen schweigen? Vergessene Orte. Maurinmühle bei Carlow ist ein solch vergessener Ort. Der Historiker Lukas Augustat hat über das Kinderheim Maurinmühle geforscht und seine Ergebnisse unter dem Titel „Maurinmühle in Mecklenburg: NS-Kinderheim und ‚Ausländerkinder-Pflegestätte‘“ veröffentlicht. Dennoch bleibt vieles, das in Maurinmühle geschah, im Verborgenen und hinterlässt doch Spuren in einer Gesellschaft, die dort Leerstellen schuf, wo Erinnerungen hätten sein können. Das ORTSZEITEN-Kollektiv widmet sich diesen Leerstellen, den grausamen Zuständen in Maurinmühle, als es unter dem NS Regime zur Ausländerkinder-Pflegestätte wurde und dort Kinder und Säuglinge von ausländischen Zwangsarbeiterinnen „zu Tode gepflegt“ wurden.
Die Ausstellungsreihe „ORTSZEIT – Maurinmühle“ setzt da an, wo die wissenschaftliche Forschung endet, und nähert sich diesem Geschehen auf emotionaler Ebene durch die Perspektiven der Künstler: innen. Die aktuelle Ausstellung im Kloster Rehna ist die sechste Ausstellung zu Maurinmühle. Warum lässt gerade dieser Ort das ORTSZEITen-Kollektiv nicht los?
„Weil es erschreckend ist, was totalitäre Systeme aus uns Menschen machen, dass wir sogar gegenüber dem Leid von Kindern und Säuglingen gleichgültig reagieren. Am Beispiel Maurinmühle zeigt sich, wie überall in größeren und kleineren Gemeinden, dass es Menschen gibt, die ihre eigene Interpretation der NS-Zeit pflegen. Die Erzählungen stimmen oft nicht mit den Fakten überein. Die Spuren von damals sind heute verblasst. Doch zeigt die Gegenwart, dass sie nicht verschwunden sind. Die Spuren von damals werden laut. Die Vergangenheit beeinflusst die Gegenwart. Dagegenhalten können wir das, was uns zu Menschen macht, unser Mitgefühl und die daraus resultierende Haltung.“ – Annette Czerny
Die Kunst- und Themenausstellung „ORTSZEIT-Maurinmühle“ ist nur noch bis zur Finissage am
1. November im Klostermuseum zu besichtigen. Am 1. November ist der Eintritt zur Ausstellung frei und viele der insgesamt 17 Künstlerinnen und Künstler werden von 11-16 Uhr vor Ort sein. Es gibt die Möglichkeit Fragen zu stellen, sich auszutauschen, sich führen zu lassen und die Ausstellung ein letztes Mal zu besichtigen. Dies ist die sechste und letzte Ausstellung zu Maurinmühle.



