DEFA-Spielflm (1981) nach »Franziska Linkerhand« + Gespräch zum Stand der Emanzipation in DDR und BRD in den 80er Jahren
DDR 1981
Regie: Lothar Warneke
Buch: Regine Kühn und Lothar Warneke nach dem Roman »Franziska Linkerhand« von Brigitte Reimann
Darsteller:innen: Simone Frost, Gottfried Richter, Dietrich Körner, Christian Steyer, Barbara Dittus, Hermann Beyer, Christine Schorn
Franziska Linkerhand ist eine junge Architektin mit hohen Ansprüchen an sich, aber auch an den sozialistischen Städtebau. Von Stadtplanung erwartet sie mehr als die Planerfüllung durch den Bau möglichst vieler Wohnungen. Neu entstehende Quartiere sollen nicht nur Schlafstädte sein, sondern den Bewohner:innen durch ihre architektonische Gestaltung und ihre Angebote ein attraktives Wohnumfeld bieten und den Sozialismus erlebbar machen. Franziska entschließt sich, das akademische Dresden zu verlassen und in der Provinz aktiv mitzugestalten. Ihr Vorgesetzter ist von ihren extravaganten Vorstellungen aber überhaupt nicht begeistert und reagiert auf Franziskas Reformeifer mit energischem Widerstand.
Dass sie sich dann doch immer wieder durchsetzen kann, liegt nicht primär daran, dass sie als Mensch und in ihrer Fachlichkeit gewürdigt wird, sondern an ihrem jugendlichen Charme. Es scheint, dass die junge Frau damit zwar zu arbeiten gelernt hat und gleichzeitig in einer rauen, oft gewalttätigen Männerwelt, im Privaten wie im Beruflichen, mehr driftet als gestaltet.
Anknüpfend an eine im Mai dieses Jahres mit der Autorin des Buches »Drei Frauen träumten vom Sozialismus« und dem Publikum begonnenen Diskussion um den Stand der Emanzipation in DDR und BRD, konnten wir Carolin Würfel gewinnen, den Film und den dahinter liegenden unvollendet gebliebenen Roman von Brigitte Reimann aus einer sowohl ostdeutschen als auch feministischen Perspektive einzuordnen.
Due Veranataltung findet in Kooperation und mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V statt.
Das Café öffnet wie immer um 18 Uhr und bleibt für Nach(t)gespräche offen. Der Eintritt beträgt 3 Euro.



