Das älteste Steinhaus Stralsunds - Das mittelalterliche Giebelhaus gilt mit seinem auf 1258 datierten Keller als Stralsunds ältestes Steingebäude.
In der Ossenreyerstraße 14 steht eines der ältesten Häuser Stralsunds. Heute liegt es mitten in der autofreien Einkaufszone. Von außen wirkt es eher schlicht. Trotzdem besitzt es einen besonderen Giebel. Das Haus gilt als ältestes profanes Steingebäude der Stadt. „Profan“ bedeutet: Es wurde nicht als Kirche oder anderes religiöses Gebäude gebaut. Der Backsteinkeller stammt vermutlich aus dem Jahr 1285.
Im Inneren ist die große Diele weitgehend erhalten. Sie war früher ein wichtiger Teil des Hauses: Hier wurde gearbeitet, gehandelt und Ware gelagert. Die Familie wohnte oft in einem schmalen Seitenflügel, der Kemlade genannt wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus mehrfach umgebaut. Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt der ursprünglich gotische Giebel barocke Rundungen. Seine spitzbogigen Öffnungen und Verzierungen aus der Gotik sind aber teilweise noch zu erkennen.
Bei einer Sanierung 1968/69 legte man Teile des mittelalterlichen Giebels frei. Zwei kleine Bereiche der Fassade zeigen bis heute Reste der alten Gestaltung. Neben dem größeren dieser Bereiche befindet sich eine Sandsteinplatte aus dem Jahr 1608. Sie zeigt die Hausmarke des Hauses und stammt ursprünglich aus der Kemlade.
Bei weiteren Sanierungsarbeiten 1992–94 entdeckte man alte Farbreste und Verzierungen an der Fassade. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist in der Stralsunder Denkmalliste eingetragen.
Stralsund entwickelte sich ab dem 13. Jahrhundert zu einer wichtigen Handelsstadt. 1234 erhielt die Siedlung das lübische Stadtrecht. Nachdem ein großer Brand im Jahr 1271 viele Holzhäuser zerstört hatte, wurden mehr Gebäude aus Backstein gebaut. Vermutlich entstand auch das Haus in der Ossenreyerstraße 14 in dieser Zeit. Es gehörte wahrscheinlich einem Kaufmann oder Handwerker, der Platz zum Wohnen, Arbeiten und Lagern benötigte.
















