Springbrunnen
Dota ist wieder da, mit neuen Songs, ein neues Kapitel, das sich perfekt in die Reihe ihrer bisherigen Alben einreiht, aber eben doch neu, als wäre eine bisher unbekannte Zutat im Songlabor aufgetaucht.
Schön ist: Es könnte genauso die erste DOTA-Platte ever sein. Man vermisst nichts, was man an Dota mag, aber die Musik ist noch minimalistischer, hüpfiger – die Erwachsenen würden sagen: kontrastreicher. Die Texte gehen noch direkter ins Herz der Finsternis, sind noch hingebungsvoller suchend, auch im Unklaren noch klarer. Vielleicht ist es auch ein Produkt ihrer Beschäftigung mit der Lyrik Mascha Kalékos, deren musikalischer Umsetzung sie in den letzten drei Jahren zwei Alben gewidmet hat.
Frage: Worüber sollen Songwriter*innen in diesen Zeiten singen?
Nächste Frage: Was sind überhaupt „diese Zeiten“?
Dota hat sich diese Fragen auch in Vorbereitung auf ihr neues Album gestellt. Die Antworten liegen auf ihrem Weg wie Schilder auf der Straße, sobald sie ernsthaft zu arbeiten beginnt.
Es brauchte schon immer nur wache Augen, eine Stimme, die die eigene ist, und ein Herz, in das mehr als die eigene Altersvorsorge reinpasst. Dota weiß, wer sie ist, und sieht die Dinge, die sie mit der Welt, in der sie lebt, verbinden und von ihr trennen. Dinge, die ihr Hoffnung geben und die sie abstoßen – denen sie in ihren Songs mit Ehrlichkeit (Das wogende Meer) oder beißender Ironie (Milliardäre) begegnet.
Text: Francesco Wilking
Karten gibt es unter: https://www.kulturbotschafter-events.de/



