Vortrag im Stadtgeschichtlichen Museum Waren (Müritz)
Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Sabine Bock, Architekturhistorikerin, Schwerin
Über die Situation der Flüchtlinge und Vertriebenen, die 1945 in mecklenburgischen Herrenhäusern unterkamen
Das Ende des Zweiten Weltkrieges hatte eine wahre Völkerwanderung ausgelöst. Zunächst flohen die Menschen im Osten des Deutschen Reiches vor der näherkommenden Front, später wurden sie vertrieben.
Mecklenburg-Vorpommern war das erste Land, das weiterhin zu Deutschland gehörte und so verwundert es nicht, dass hier 1945 mehr als 1,4 Millionen Menschen strandeten. Im Durchschnitt waren 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) ein Viertel der Bevölkerung Flüchtlinge und Vertriebene. In Mecklenburg-Vorpommern stellten sie mit 56 Prozent den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung dar. Mehr als ein Drittel von ihnen waren Kinder.
Zeitgleich waren im Zuge der „Demokratischen Bodenreform“ im Herbst 1945 alle großen Güter enteignet worden, und deren Besitzer oder Pächter hatten ihre Häuser verlassen müssen. Oft kamen nun Flüchtlinge und Vertriebene in diesen Häusern unter, oft weit mehr als hundert Personen.
Im reich bebilderten Vortrag werden verschiedene Herrenhäuser in ihrem Zustand von 1949 sowie zeitgenössische Berichte über das Leben der neuen Hausbewohner vorgestellt.



