Die Palette der erforschten mittelalterlichen Doberaner Schriften ist inzwischen beachtlich und bemerkenswert. Predigten, Kommentare, liturgische Anweisungen, Teufels- und Geistergeschichten, gefälschte Dokumente bis hin zu Erzählungen über Piraten sind schriftlich überliefert.
Aus mehreren Beispielen können wir schlussfolgern, dass es im Kloster einen Kreis kreativer Mönche gab, die sich nicht mit dem Abschreiben von Bibeln und liturgischen Texten begnügten, sondern eigene Ideen diskutierten und dann „zu Pergament“ brachten. Die wenigen bildlichen Initialen der bisher bekannten Doberaner Schriften zeigen immer wieder einen Drachen. Im christlichen Mittelalter ein Symbol für Wachsamkeit, Logik, Dialektik, Klugheit und Stärke.
Die Bearbeitung der wiederentdeckten Codizes ist auf Initiative Paul Alexander Nebauers mit Hilfe von Institutionen der Mittelaltergeschichte und Altphilologie in München, Würzburg, Kiel, Brüssel und Cambridge weit fortgeschritten. Seit Jahren spürt Paul Alexander Nebauer alte Schriften und Urkunden auf, übersetzt sie und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Eine Auswahl seiner neusten Entdeckungen wird er in dem Vortrag vorstellen.



