illustrierter Vortrag zu "Das Mosaik von Hannes Hegen - Comic in der DDR"
Vor einer Silhouette aus Moscheen und Minaretten jagt eine Gruppe wütender Männer in Pluderhosen und mit Turbanen auf dem Kopf, Krummsäbel und Hellebarden schwingend, hinter drei knollennasi gen Kobolden her. Auch sie in orientalische Kostüme gekleidet. Der Eine schwarz-, der Zweite blond- und der Dritte rothaarig. So tauchten Dig, Dag und Digedag im Dezember 1955 erstmals auf dem Titelblatt der Zeitschrift MOSAIK auf. Von da an sollten die Digedags, wie sie alle nannten, treue Begleiter von Generationen von Kindern und Jugendlichen im Osten Deutschlands sein.
Der Mann, der dies fertigbrachte, war allen nur als Hannes Hegen bekannt. Eigentlich hieß er Johannes Hegenbarth, stammte aus einer weitverzweigten Glasmacher- und Künstlerfamilie im Sudetenland und fand über Kunsthandwerk und Pressekarikatur zu sei nen »Bildergeschichten« der Digedags.
Der künstlerische Nachlass Hannes Hegens befindet sich seit 2009 Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig (ZFL), an dem Prof. Dr. Bernd Lindner bis 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ausstellungskurator tätig war. Der Kulturhistoriker und -soziologe ist einer der wenigen Menschen, die sich mit dem Künstler treffen und austauschen konnte und schließlich im Jahr 2015 auch seine Biografie verfassen durfte.
2022 erschien dann „Das MOSAIK von Hannes Hegen – Comic in der DDR“, das zu seinem 100. Geburtstag im vergangenen Jahr in aktualisierter Form neu aufgelegt wurde. Am 1.September bringt uns Prof. Lindner in einem ca. 60-minütigen, reich illustrierten PowerPoint-Vortrag Hannes Hegen und das MOSAIK näher.

