Vortrag von Prof. Dr. Sigrid Jacobeit „Das Malchower Handwerk und die Munitionsfabrik 1933-1945“
Die Geschichte von Malchow zwischen 1933 und 1945 war stark durch die nationalsozialistische Aufrüstung geprägt, insbesondere durch den Bau und Betrieb eines großen Munitionswerkes.
In Malchow wurde dafür das Außenlager des Frauen-KZ Ravensbrück an der Lagerstraße für 1200 Häftlingsfrauen errichtet. Im Werk mussten sie täglich 10-12 Stunden die gefährlichsten Arbeiten ausführen, die bei der Herstellung von chemischen Kampf- und Sprengstoffen anfielen. In den letzten Kriegsmonaten wurde Malchow zum Auffang- und Evakuierungslager für die Todesmärsche der KZ-Häftlinge. Mit dem Einzug der Roten Armee am 2. Mai 1945 war der Krieg für die Frauen beendet.
Auf dem Werksgelände begann die Demontage der Maschinen und der Werkseinrichtungen als Reparationsleistungen für die Sowjetunion. Große Teile der Werksanlagen wurden gesprengt und zerstört. Das Verwaltungsgebäude an der Karower Chaussee sowie die Wohnhäuser in der Thälmannsiedlung und die Siedlungskomplexe des ehemaligen Männer- und Frauenlagers blieben erhalten.
Prof. Dr. Sigrid Jacobeit war von 1992 bis 2005 Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und ist Autorin zahlreicher Veröffentlichungen.
Im Anschluss an ihren Vortrag wird zum gemeinsamen Austausch mit Imbiss geladen.



