Diese Erlebnisse haben ihn sein Leben lang beschäftigt: Zdzisław Lachur (1920-2007) erlebte als junger Mann die deutsche Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg mit und malte sein Leben lang Bilder, die von den damals vergangenen Verbrechen zeugen.
Lachur beteiligte sich während des Krieges am Widerstand gegen die Deutschen und erlebte den Terror der Besatzer in seinem engsten Umfeld. Da war zum einen sein Vater, der 1940 zeitweise im Konzentrationslager Dachau inhaftiert war. Zum anderen waren da aber auch die Ereignisse rund um seinen Wohnort. Die Verbrechen, die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen, denen die BewohnerInnen der Ghettos Będzin und Sosnowiec ausgesetzt waren. Er erlebte sie als Augenzeuge aus unmittelbarer Nachbarschaft.
Nach dem Krieg begann der Mann aus dem westlichen Galizien ein Kunststudium in Kraków. Doch die Erinnerungen aus den Jahren des Krieges blieben präsent. Schon 1948 begann Lachur mit seinem Bilderzyklus „Ghetto“.
Seine Werke erzählen eigene Geschichten und sind durchzogen von wiederkehrenden Motiven: Verzweiflung, Hoffnung und Religion. Die Bilder erhielten internationale Aufmerksamkeit und wurden auf mehreren Kontinenten ausgestellt. 1979 ehrte die israelische Gedenkstätte Yad Vashem den Katholiken für seine Auseinandersetzung mit dem Leid der jüdischen Bevölkerung.
Noch bis zum 6. September ist eine Auswahl der Werke in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin (Ludwigsluster Straße 2b, 19288 Wöbbelin) zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt ist wie immer frei.



