Ein Hörspiel-Oratorium von Kai Grehn unter Verwendung der „Sterbebücher von Auschwitz“ und von Gedichten von Tadeusz Borowsk
Alles entschwunden wie auf einer Bühne. Die Toten schweigen für immer,
und wir – die Lebenden – wie erheben wir die Stimme, wenn das Herz in Flammen steht?
Langsam vergehen die Stunden, und die Tage zählen für Jahrhunderte
und wie eine Steinplatte auf unserer Brust lastet die Freiheit. (Tadeusz Borowski)
Jemandem, der nicht mehr für sich selbst sprechen kann, die eigene Stimme zu leihen, ist ein fast intimes Ereignis. Für Imiona nurtu. Die Namen der Strömung sind Menschen aus ganz Europa dem Aufruf von Kai Grehn gefolgt und haben aus den Sterbebüchern von Auschwitz die Namen von Ermordeten ausgewählt und eingesprochen, so auch Mitglieder des Schweriner Schauspielensembles. Entstanden ist ein außergewöhnliches Hörstück, das mit den Stimmen der Lebenden eine Brücke zu den Toten schlägt; ein memento mori, verwoben mit Lagergedichten des KZ-Überlebenden Tadeusz Borowski und mit Geräuschaufnahmen aus den ehemaligen Häftlingsbaracken. Kunst im Dienst des Erinnerns.
Nach Aufführungen am Wiener Burgtheater und an der Berliner Volksbühne ist Imiona nurtu. Die Namen der Strömung am 8. Juni in der M*Halle des Schweriner Theaters zu erleben.
Imiona nurtu. Die Namen der Strömung wird als Soundinstallation auch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu hören sein.
Im Anschluss an das Oratorium findet ein Gespräch mit Regisseur und Autor Kai Grehn und Expert:innen statt. Moderation: René Schlott
Gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.


