Abstrakte Malerei Jørgen Doblougs, der wie kein anderer nordischer Künstler so eng mit der deutschen Avantgarde-Szene der 1970er-Jahre verbunden war.
Jørgen Dobloug (1945–2018), in Oslo geboren, war ein norwegischer Maler, dessen künstlerische Entwicklung eng mit der Düsseldorfer Avantgarde der 1970er- und 1980er-Jahre verbunden war. Von 1971 bis 1984 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf, wurde in die Klasse von Joseph Beuys aufgenommen und schließlich zu einem seiner Meisterschüler. Doblougs künstlerischer Werdegang wurde entscheidend durch seine Begegnung mit Beuys’ Kunst während dessen Ausstellungen in Basel 1969 geprägt. Sein Malstil entwickelte sich zu einem offenen, fortlaufenden Prozess, zwischen Kontrolle und Spontaneität, Geometrie und freien Ausdruck. Dobloug arbeitete vorwiegend mit Öl- und Acrylfarben und schuf farbintensive, emotionsgeladene Bilder. Sein Spektrum reichte von streng geometrischen Hard-Edge-Malereien und Rasterstrukturen bis hin zu verspielten, freien Bildkompositionen. In seinem Œuvre verbinden sich geometrische Formen und organische Linien zu abstrakten Kompositionen sowie zu mehr oder weniger erkennbaren Gesichtern, Masken und Figuren.
Beuys war für Dobloug ein wichtiger künstlerischer Bezugspunkt, insbesondere durch ihren persönlichen Austausch über Kunst und die Auseinandersetzung mit Malerei und ihren technischen Prozessen. Nach Beuys’ Weggang aus der Kunstakademie im Jahr 1978 setzte Dobloug sein Studium bei Daniel Hees und Franz Eggenschwiler fort und blieb bis zur Jahrtausendwende eng mit der lebendigen Düsseldorfer Kunstszene verbunden. 1976 erhielt er ein Stipendium für die Cité Internationale des Arts in Paris. Ab den 1990er Jahren lebte er vorwiegend in Oslo, die in Düsseldorf entwickelt künstlerischen Techniken prägten sein Werk weiterhin. Seine Gemälde sind seit Jahrzehnten in vielen bedeutenden Kunstsammlungen in ganz Deutschland und Norwegen vertreten.
Mit einer Auswahl an Porträts und Landschaften bietet die Ausstellung im Edvard-Munch-Haus in Warnemünde einen seltenen Einblick in Doblougs umfangreiches und vielseitiges Œuvre. Die Werke veranschaulichen Doblougs ausdrucksstarke Bildsprache, in der Abstraktion und Figuration, Ordnung und Unordnung sowie intensive Farben in einen tiefgründigen Dialog treten.
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