Lesung mit Rolf Barkhorn Schallplattenunterhalter, wie die Diskjockeys in der ehemaligen DDR offiziell hießen, mussten gut organisieren und vor allem auch improvisieren können. Ihre Kreativität war besonders gefragt beim Ausfüllen der AWA-Titellisten.
Schallplattenunterhalter, wie die Diskjockeys in der ehemaligen DDR offiziell hießen, mussten gut organisieren und vor allem auch improvisieren können. Ihre Kreativität war besonders gefragt beim Ausfüllen der AWA-Titellisten. Dabei wurde gelogen, dass sich die Balken bogen. Denn das staatlich verordnete Verhältnis von 60:40 (Ostmusik : Westmusik) wurde von den Alleinunterhaltern allenfalls in der Prüfungsdisco für die Lizenz-Einstufung real umgesetzt. Auch das Ostpublikum tanzte bei seinen Partys in sozialistischen Kulturhäusern und Jugendclubs viel lieber nach Westmusik.
Buchautor Rolf Barkhorn war selbst seit 1974 über vier Jahrzehnte als Schallplattenunterhalter im Einsatz. In seinem autobiografisch geprägten Buch „Röhrentod & Bandsalat“ nimmt er die Leser mit auf eine Zeitreise in den Alltag auf und hinter der Discobühne im „real existierenden Sozialismus“.
Bei der literarisch-musikalischen Präsentation seines 2019 erschienen Buches liest Rolf Barkhorn Passagen daraus vor und stellt dem Publikum einige Musiktitel aus den 1970er Jahren vor, die ihn in jener Zeit begleitet haben.
Der Literaturverein lädt herzlich zu einem „Erinnerungsabend“ ins Ehm Welk-Haus ein.



