Eine szenische Lesung Premiere 30. April 2026
„Wie ich diesen Gefängnishof sah, da hab ich gedacht: Hier gibt es Prügel.“
NS-Gerichtsgefängnis, sowjetische Untersuchungshaftanstalt, Stasi-Knast. Seit 1916 steht das Schweriner Gefängnisgebäude am Demmlerplatz. Regime wechselten, die Funktion des Gebäudes nicht. Unzählige Menschen waren hier über die Jahrzehnte inhaftiert, unzählige Schicksale, die Gewalt, Ungewissheit und Angst erfahren mussten. Legitimiert durch ein Recht, das sie schuldig sprach - und in seiner Unmenschlichkeit selbst Schuld auf sich zog. Anhand von Stimmen einst Inhaftierter, Fragmenten der Erfahrung von Gewalt und Monotonie und Zeitdokumenten der Gefängnisgeschichte gibt ein szenischer Rundgang durch den ehemaligen Zellentrakt Einblicke in die bewegte Geschichte des Ortes.
SCHULDIG wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Schauspiel des Mecklenburgischen Staatstheaters, Studierenden der Universität Greifswald*, dem Dokumentationszentrum Schwerin und der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. Das Schauspielensemble lässt die ausgewählten Fragmente zwischen Recht und Unrecht vor Ort erfahrbar werden. Ein anschließendes Publikumsgespräch lädt zum gemeinsamen Austausch ein.
*Recherchearbeit durch die Studierenden des Lehramts Geschichte der Universität Greifswald:
Seminarleitung: Dr. Martin Buchsteiner
Studierende: Fiete Acker, Maybritt Adolphi, Tommy Arndt, Hannah Sophie Bär, Moritz Herz, Lea Hitschler, Klemens Humburg, Svenja Kruse, Philipp Nowitzki, Malik Ouyahia, Jacob Zarmstorff
Die Veranstaltung ist barrierearm, um vorherige Anmeldung wird bei Bedarf gebeten.
Alle Einnahmen verbleiben beim Mecklenburgischen Staatstheater.

