nach dem Roman von Daniel Kehlmann für die Bühne bearbeitet von Johanna Schall und Grit van Dyk
Es ist der Dreißigjährige Krieg, der im Land wütet, durch das Tyll als Gaukler, Seiltänzer und anarchischer Spaßmacher zieht, seitdem er als Junge nach der Verurteilung seines Vaters als Hexer aus dem Heimatort geflohen ist. Auf seinem Weg durch niedergebrannte Städte und entvölkerte Landstriche begegnet er einfachen Leuten aus dem Volk, historischen Persönlichkeiten, Dichtern und Drachenforschern. Als Hofnarr begleitet er den „Winterkönig“ Friedrich V. und seine englische Gemahlin und begegnet dem schwedischen König Gustav Adolf in dessen Heerlager. In einer vom widerstreitenden Durcheinander von Aberglaube, Inquisition und Wissenschaft geprägten Welt schlüpft Tyll auf wundersame Weise durch Zeit und Raum. Selbst tödlichen Gefahren entkommt er, um am Ende bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wieder aufzutauchen.
Daniel Kehlmanns 2017 erschienener Bestsellerroman „Tyll“ ist ein sprachmächtiges, sachkundiges und packendes Epos über die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, in dem sich historisch Belegtes und Fiktion perspektivenreich ineinander verweben. Es erzählt vom Zusammenbruch jeglicher Ordnung in einem aus den Fugen geratenen Europa. Wo ist in unserer Gegenwart der Narr, der widerständige Unangepasste, der furchtlos unangenehme Wahrheiten ausspricht, um anderen den Blick zu schärfen?
„Und hau mich nicht, ich darf das sagen, du kennst doch die Narrenfreiheit.“



