Traditionelle Klöppelei trifft auf freie Gestaltung
Verflechtungen
Klöppeln gilt als feine, geduldige und traditionsgebundene Handarbeit. Ilse Blümel belässt es nicht dabei. Sie löst die Technik aus dem Gewohnten, arbeitet nach eigenen Entwürfen und verbindet klassische Garne mit Fäden aus Metall. So entstehen Bilder und skulpturale Objekte, in denen Zartheit auf Widerstand und überlieferte Ordnung auf eigenwillige neue Formen trifft.
Die Grundlagen dafür wurden ihr früh mitgegeben. Im Erzgebirge geboren, lernte Ilse Blümel bereits als Kind von ihrer Mutter das traditionelle Spitzenklöppeln. Später begegnete sie auf Reisen durch deutsche und europäische Klöppelregionen den unterschiedlichsten Techniken. Doch ihre Arbeiten sind keine nostalgische Rückschau. Sie zeigen, was geschieht, wenn eine alte Kulturtechnik ihre vertrauten Grenzen überschreitet.
Der Titel „Verflechtungen“ führt mitten hinein in die widersprüchliche Welt menschlicher Beziehungen. Verflechtung kann Nähe, Halt und Zugehörigkeit bedeuten. Sie kann aber auch einengen, Widerstand erzeugen und zur Verstrickung werden. Wo Verbindungen reißen oder Ordnungen aufbrechen, entstehen Zwischenräume – als Leerstelle und Bruch, aber ebenso als Freiraum.
In diesen Zwischenräumen liegt die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen, Gewohntes neu zu betrachten und andere Wege zu erkennen. Damit berühren Ilse Blümels Arbeiten unmittelbar das LUPINALE-Thema „Zeitenwende: Umbrüche und Lichtblicke“.
Ausstellungseröffnung: 18. September 2026, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 19. September bis 17. Oktober 2026
Kunsthaus Lübz – Zentrum für Zirkuläre Kunst
TIPP: Am 17. Oktober beginnt im Kunsthaus Lübz um 18 Uhr das große Saison-Abschlussfest unter dem Motto „Kunst – Kulinarik – Klang“. Zum Programm gehört auch eine große Kunstauktion. Die dafür von den Künstlerinnen und Künstlern bereitgestellten Arbeiten können bereits ab dem 25. September während der regulären Öffnungszeiten im Kunsthaus besichtigt werden.



