Fotografien von Ingo Bengelsdorf
Ingo Bengelsdorf lebt in Berlin und stammt ursprünglich aus der Uckermark. Diese Landschaft hat ihn stets in ihren Bann gezogen und ist mit ihrer zurückhaltenden und doch reizvollen Ausstrahlung seit langem Gegenstand seiner Landschaftsfotografien.
Besuche in und um Carwitz führten Ingo Bengelsdorf zur Auseinandersetzung mit dem Leben Hans Falladas und gaben damit der reinen Landschaftsfotografie eine neue Dimension. Aus diesen Reflexionen entstand die Werkserie „Verwunschene Herrlichkeit“, ausgehend von Falladas Bezeichnung für sein Carwitzer Anwesen, was er 1933 erwarb. Fallada erlebte hier seine produktivste Schaffensphase, geprägt von literarischem Erfolg und Familienglück. Zugleich war es eine Zeit tiefer persönlicher Krisen und einer immer bedrohlicher werdenden gesellschaftlichen Entwicklung.
Mit seinen Fotografien versucht Ingo Bengelsdorf, Falladas verwunschener Herrlichkeit nachzuspüren. Dabei beschränkt er sich bewusst auf eine monochrome Bildsprache. Den digitalen Bearbeitungsprozess hält er so zurückhaltend wie möglich und verzichtet ganz auf den Einsatz von Bildbearbeitungsprogrammen. Stattdessen experimentiert er mit Doppelbelichtungen, Spiegelungen, Langzeitbelichtungen und analogen Filtern.
So entstehen stille, sensible Bilder, die etwas von dem Zauber einfangen, von dem die Carwitzer Zeit für Fallada geprägt war, – gleichzeitig liegt auch Melancholie über den Darstellungen und macht die Zerbrechlichkeit ‚verwunschener Herrlichkeiten‘ auch für die Betrachtenden sichtbar und erlebbar. Vielleicht kann damit das Sichtbare stiller und das Unsichtbare spürbarer werden, wie Ingo Bengelsdorf es selbst ausdrückt.



