Ballettabend von Ana Isabel | Casquilho Musik von Charles Gounod und David Nigro
„Im Weiterschreiten find’ ich Qual und Glück .“
Faust in Faust II
Diese Produktion erzählt die Geschichte von Faust als psychologische Reise, die den Druck des modernen Lebens spiegelt. Faust lebt in einer Welt voller Tempo, Produktivität und ständiger Anforderungen. Umgeben von Figuren, die wie Zahnräder eines Systems agieren, funktioniert er effizient, fühlt sich aber zutiefst entfremdet. Als Marguerite erscheint, scheint die Zeit zu entschleunigen. Ihre Präsenz bringt Ruhe, Nähe und die Chance auf echte menschliche Verbindung. Mephisto verkörpert Versuchung, Beschleunigung und Übermaß. Zwischen diesen Kräften zerbricht Fausts Innenwelt: Ein traumartiger Abstieg in die Walpurgisnacht, ein kollektives Ritual, in dem Identitäten verschwimmen und der Instinkt die Kontrolle ersetzt.
Die Vision endet und Faust kehrt in die reale Welt zurück. Das System läuft weiter, unverändert. Doch etwas in ihm hat sich gewandelt.
Walpurgisnacht: Das Erwachen lädt dazu ein, Faust nicht nur als zeitlose Geschichte, sondern als Spiegel der Gegenwart zu erleben. Was bleibt, wenn die Masken fallen? Begegnen wir im Moment des Kontrollverlusts etwas Wahrhaftigerem als jenen Rollen, die wir tagtäglich spielen?


