Johannes Terbach verwandelt Schlüssel und Fundstücke in widerspenstige Objektkunst über Wendepunkte, Wahrnehmung und neue Sichtweisen.
Ein Schlüssel soll passen. Bei Johannes Terbach tut er genau das nicht. Er verlässt seinen Dienst, verbündet sich mit Schrauben, Haken, Draht und anderen ausrangierten Dingen – und wird zum rätselhaften Wesen, Bildzeichen oder Bewusstseinsöffner.
In seiner Ausstellung „Schlüsselerlebnisse“ zeigt Terbach Objektkunst aus Fundstücken und weiterverwendeten Materialien. Er verbirgt ihre Herkunft nicht. Schlüssel bleiben Schlüssel, Schrott bleibt Schrott. Doch durch neue Verbindungen verlieren die Dinge ihre Eindeutigkeit. Was eben noch Werkzeug war, stellt plötzlich Fragen nach Öffnung und Verschluss, Besitz und Verlust, Wissen und Gewissheit.
Johannes Terbach, 1966 in Langenberg geboren, ist Steinmetz, Bildhauer, Performer und Aktionskünstler. Seine Arbeit lässt sich dennoch in keine dieser Schubladen sperren. Skulptur, Fotografie, Objekt, neue Medien und Performance geraten bei ihm lustvoll aneinander. Die Zweckentfremdung wird zur Befreiung, der doppelte Sinn zur Methode. Selbst ein Titel wie „Hier können Sie nicht stehen bleiben“ ist zugleich Anweisung, Widerspruch und Einladung zur Bewegung.
Das LUPINALE-Thema „Zeitenwende: Umbrüche und Lichtblicke“ muss seinen Arbeiten nicht nachträglich aufgeschlossen werden. Der Umbruch beginnt bereits dort, wo ein Schlüssel sein Schloss verweigert. Weggeworfene Dinge übernehmen neue Rollen, festgefügte Bedeutungen geraten ins Wanken. Und vielleicht liegt genau darin der Lichtblick: Die Welt lässt sich noch immer verändern – wenn nicht mit dem richtigen Schlüssel, dann mit dem anderen.
Ausstellungseröffnung: 18. September 2026, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. September bis 17. Oktober 2026
Im Rahmen von KUNST HEUTE: 3. bis 11. Oktober 2026
Kunsthaus Lübz – Zentrum für Zirkuläre Kunst
Kirchenstraße 20, 19386 Lübz
Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 15–19 Uhr, Sonntag 13–17 Uhr
Der Eintritt ist frei.



