von Kirsten Fuchs Wenn ein Klassen-Chat zum Albtraum mutiert
von Kirsten FuchsWenn ein Klassen-Chat zum Albtraum mutiertEine Kooperation mit Schüler:innen der Regionalen Schule „Johann Wolfgang von Goethe“ Parchim Ab 10 Jahren Premiere01. Mai 2027
„Heul doch! Lösch dich!“
Klassen-Chat-Chor in Alle außer das Einhorn
Netti hat Bauchschmerzen beim Gedanken aufzustehen. Denn es hat sich etwas verändert. Nicht am Frühstückstisch oder im Unterricht ‒ sondern auf dem Display. Denn es gibt diese eine Chat- Gruppe: Alle außer das Einhorn. Alle machen mit, nur Netti wird ausgeschlossen. Denn sie hat die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, indem sie ihrem Freund zur Seite gesprungen ist. Ihr Handy füllt sich mit Nachrichten und Gemeinheiten. Lügen, die sich schneller verbreiten, als man sie stoppen kann. Und plötzlich schreiben nicht mehr nur ihre Mitschüler:innen, sondern auch Menschen, die Netti gar nicht kennt. Mitten drin: Fever. Zwar neu in der Klasse, aber sie bestimmt, wer dazugehört. Und so macht selbst Julius mit, der, für den Netti sich einst eingesetzt hat. Ist er der Grund für alles? Oder ist auch dieser Gedanke schon ein Teil des Problems?
Was tun, wenn alle zuschauen, aber selbst Erwachsene keine Lösungen bieten? Wenn ein einziger Klick alles schlimmer macht?
Dieses Stück zeigt glasklar und erschreckend nah die Realität junger Menschen. Man sieht, was passiert, wenn Worte im Netz zu Waffen werden, und auch wie schwer es ist, ihnen zu entkommen. Aber auch, was passiert, wenn man den Mut findet, nicht mitzumachen und ein System bloßzustellen, das viel zu oft im Verborgenen bleibt. In dieser Produktion arbeitet das Junge Staatstheater mit Schüler:innen der 8. und 9. Klasse der Parchimer Regionalen Schule „J. W. v. Goethe“ zusammen, die den Probenprozess begleiten, ihre Perspektive einbringen und zudem in der Inszenierung den Chat auf der Bühne als Chor lebendig werden lassen.

