Stefan Thiel: ARCHIV
1965 in Berlin geboren studierte Stefan Thiel von 1988 bis 1992 an der dortigen Hochschule der Künste beim Fotografen Dieter Appelt. Seit 2017 lebt und arbeitet er in Warnemünde und Goldberg.
International bekannt wurde er vor 25 Jahren mit seinen Papierschnitten, die mittlerweile in privaten als auch öffentlichen Sammlungen, beispielsweise wie der Kunstsammlung Neubrandenburg, der Nationalgalerie Berlin und der Stiftung Bodmer in Genf zu finden sind.
Seit seinem Studium vermeidet Thiel die Idee einer persönlichen Handschrift. So bindet er seine Ideen nicht an ein Stilmittel allein, sondern arbeitet mit verschiedenen Formen der Kunstproduktion wie Malerei, Fotografie, Zeichnung, Papierschnitt und Installation. Seine Themen sind Oberflächen, Ideen von Schönheit und Identität, Konsum und Begehren.
Trotz der formal disparaten Formensprache seiner Werke scheinen diese doch alle einander verwandt. So kann man bei Thiel von einer Familienähnlichkeit seiner Werkblöcke sprechen. Man erkennt in fast allen seiner Arbeiten – von den Silhouetten über sein fotografisches Werk bis zu den Ölbildern in Grisaille-Technik – die Verwendung eines Schwarz-Weiß-Kontrasts. Dieser zieht sich wie ein schwarzer Faden aus Lampenruß, Kohle und Asche durch sein gesamtes Werk.
Thiel präsentiert im Kunsthaus Lübz erstmals einen Querschnitt durch sein Werk und lässt Arbeiten aus unterschiedlichen Zeiten miteinander spielen, sprechen. „ARCHIV“ ist dabei weder Rückschau noch Ordnungssystem. In der neuen Nachbarschaft werden frühere Zusammenhänge porös und andere sichtbar. Das LUPINALE-Thema „Zeitenwende: Umbrüche und Lichtblicke“ erscheint nicht als vorgesetztes Motiv, sondern als Vorgang – als Umbruch des Blicks.
Ausstellungseröffnung: 18. September 2026, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. September bis 17. Oktober 2026
Im Rahmen von KUNST HEUTE: 3. bis 11. Oktober 2026



