Romantikwochenende im Gutshaus

Ab und zu braucht auch die harmonischste Beziehung besondere Erlebnisse außerhalb der gewohnten Umgebung. Deshalb haben Manja und Manfred sich für ein romantisches Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern entschieden - und zwar in einem historischen Gutshaus.

Veröffentlicht: 1. Februar 2024

Warme Decken, ein Glas Wein und Millionen von Sterne - so geht Romantik auf Schloss Vietgest, © TMV/Petermann

Veröffentlicht: 1. Februar 2024

„Wow, wohin entführst du mich denn?“, staunt Manja und lässt ihren Blick über die eindrucksvolle Barockfassade von Schloss Vietgest schweifen, das sie im Licht der Abendsonne empfängt. „Lass dich einfach überraschen“, schmunzelt Manfred und stellt den Wagen auf dem etwas seitlich gelegenen Parkplatz ab.

Mecklenburgs letztes Barockschloss ist nicht nur Hotel, sondern auch Kulisse für hochkarätige Kulturevents, © TMV/Petermann

Historische Gemäuer

für Romantiker im Schlosshotel Vietgest

Manfred schnappt sich den Weekender aus dem Kofferraum und begleitet seine Frau die Stufen zum schneeweißen Eingangsportal hinauf, das sich jetzt wie von Geisterhand öffnet. In der Tür steht Gastgeberin Miriam Hager mit einem herzlichen Lächeln, schüttelt dem Paar die Hand und bittet es, an einem massiven Eichentisch im Foyer Platz zu nehmen: „Willkommen im Schlosshotel Vietgest“, sagt sie. „Wie schön, dass Sie ein romantisches Wochenende bei uns verbringen möchten!“ Erst seit ein paar Wochen ist das Paar aus Rostock verheiratet. Seitdem sind sie unzertrennlich und würden am liebsten rund um die Uhr zusammen sein. Da das jedoch bei aller Liebe nicht geht, hat sich Manfred etwas einfallen lassen: Er möchte mit Manja ein romantisches Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern verbringen – und was könnte sich dafür besser eignen als die prächtigen Guts- und Herrenhäuser der Mecklenburgischen Schweiz? Rund 2.000 dieser steinernen Zeitzeugen zählt das Land Mecklenburg-Vorpommern, viele davon liebevoll restauriert und jedes auf seine Art einzigartig und mit viel Herzblut geführt.

Sternegucken

in Mecklenburgs letztem Barockschloss

Auf Schloss Vietgest ist der Check-in im Nu erledigt und das elegante Zimmer bezogen – höchste Zeit für Manja und Manfred, sich genauer umzuschauen. Miriam Hager führt das Paar durch den von Kronleuchtern in warmes Licht getauchten Gartensalon und erzählt: „Das Haus wurde 1792 als letztes Barockschloss Mecklenburgs erbaut, übrigens vom selben Architekten wie das berühmte Jagdschloss Ludwigslust. Seit 2020 können Gäste in unseren 15 eleganten Zimmern nächtigen.“ Manjas Blick fällt durch den Wintergarten hinaus in den Garten, der Ziestsee glitzert im Hintergrund. „Wollen wir noch eine kleine Runde drehen?“ Na klar!
Nach dem Spaziergang im Barockpark kuscheln sich die beiden auf einer Liege in warme Decken. Allmählich senkt sich die Dunkelheit über das Schloss herab, das Holz im eigens entzündeten Feuerkorb knistert, und die ersten Sterne erscheinen am Himmel. Miriam Hager reicht dem Paar zwei Gläser Wein, und Manfred startet leise eine Audiodatei auf seinem Smartphone – eigens für diesen Zweck hat er die App VisitDarkSkies heruntergeladen. Und während die beiden nach oben in die Sterne blicken und sich ihre Augen immer mehr an die Dunkelheit gewöhnen, nimmt eine sonore männliche Stimme sie mit in ferne Galaxien, erläutert Sternbilder und trainiert mit ihnen das „periphere Sehen“ – eine Technik, die sich auch Astronomen zunutze machen, um weit entfernte Objekte zu erkennen.

Die gemütlichen und zugleich modern eingerichteten Zimmer bieten beste Voraussetzungen für ein romantisches Getaway zu Zweit., © TMV/Petermann
Am knisternden Kamin klingt der Tag bei einem guten Glas Wein aus., © TMV/Petermann
Kulturadresse in idyllischer Lage: Schloss Kummerow am gleichnamigen See, © TMV/Petermann

Kunstvolle Kontraste

auf Schloss Kummerow

Am nächsten Morgen, nach dem späten Frühstück, nimmt Manfred seine Frau mit zu einer Spritztour durch die von herbstlich bunten Baumalleen gesäumte Hügellandschaft der Mecklenburgischen Schweiz. In Kummerow am gleichnamigen See erwartet die beiden ein kulturelles Highlight: Das behutsam restaurierte Schloss ist nicht nur durch seine bewussten Kontraste zwischen Alt und Neu ein Hingucker. Es beherbergt außerdem eine der führenden fotografischen Privatsammlungen Deutschlands, die hier mit Zeugnissen der DDR-Vergangenheit in einen spannenden Dialog treten. Durch den Schlosspark mit seinem alten Baumbestand flanieren Manfred und Manja anschließend zum Café Seeblick: Bei Apfelstreusel und Café schwärmt die Kunstliebhaberin von ihren Eindrücken, während Manfred beobachtet, wie die Sonne durch die Wolken bricht und das Örtchen Sommersdorf am gegenüberliegenden Seeufer – nomen est omen – in ihr letztes Licht taucht.

Prachtvolle Kultur-Location: der Barocksaal auf Schloss Vietgest, © TMV/Petermann

In barocker Kulisse - Musik, Tanz und Literatur

Zurück in Vietgest, werfen sich die beiden in Schale, denn im prunkvollen stuckverzierten Saal erwartet sie ein erstklassiges Musikkabarett. Schlossherrin Miriam Hager ist in der Kulturszene bestens vernetzt – etwa alle zwei Wochen organisiert sie mit viel Liebe zum Detail Konzerte, Tango- und Salsa-Abende, Lesungen und vieles mehr. „Wir sind zwar kein deklariertes 5-Sterne-Haus, aber wir stehen für 5-Sterne-Genuss und -Kultur“, bringt die Schlossherrin ihren Anspruch auf den Punkt.

Flanieren wie der mecklenburgische Landadel - das geht im Park des Gutshauses Ludorf, © TMV/Petermann

Zwischen Kranichen und Klinkern:

Gutshaus Ludorf an der Müritz

Nach dem Check-out am nächsten Morgen schlägt Manfred mit dem Wagen die südliche Richtung ein. Manja lehnt ihren Kopf ans Fenster und schaut verträumt den Kranichen hinterher, die sich jetzt im Herbst auf den Feldern rund um den Großen Schwerin für die Reise gen Süden versammeln. Vor der barocken Klinkerfassade des Gutshaus‘ Ludorf, einem liebevoll sanierten Landgut aus dem Jahr 1698, schaltet Manfred den Motor aus. Zwei riesige Linden umrahmen das hölzerne Eingangsportal, unter dem Gutsherr Jannis Achtenhagen die Gäste bereits erwartet: „Herzlich willkommen“, begrüßt er Manja und Manfred. „Ihr kommt genau rechtzeitig, denn immer sonntags gewähren wir bei einer historischen Führung Einblicke in die aufregende Vergangenheit unseres Hauses.“

1998 kaufte Familie Achtenhagen das dem Verfall preisgegebene Herren- und das angrenzende Gutsverwalterhaus und verwandelte es mit viel Fingerspitzengefühl und Respekt vor der Geschichte des mecklenburgischen Landadels in ein Romantikhotel.

Sensationsfund unterm Stuck

Jannis führt seine Gäste durchs Haus, beantwortet Fragen und erweist sich nicht nur als Geschichts-, sondern auch als Kunstkenner. In einem der beiden Gesellschaftsräume, dem Barocksaal, weist er sichtlich stolz auf die bemalte Holzdecke hin: „Hier handelt es sich um eine echte Sensation“, erklärt er. „Unter prächtigen Stuckdecken und Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert fanden wir bei der Sanierung diese alten Malereien. Sie zeigen Szenen aus Ovids Metamorphosen, hier ganz konkret den Jäger Actaeon. Als unfreiwilliger Voyeur beobachtet er die nackt badende Göttin Diana und wird zur Strafe in einen Hirsch verwandelt und von seinen Hunden zerfleischt.“

Regionaler Genuss für feine Gaumen

Zartere Gemüter stärken sich im hauseigenen Restaurant Morizaner, das mit seinem Slow-Food-Konzept für eine ländlich feine, frische und regionale Küche steht. „Wir verwöhnen unsere Gäste mit täglich wechselnden Menüs und setzen auf Klasse statt Masse“, kündigt Jannis an. „Jetzt im Herbst gibt es zum Beispiel viel Wild und Kürbis, aber auch Kräutersaitlinge oder Wildkräutersalat und zum Nachtisch gerne mal einen Crumble mit Äpfeln oder Birnen von den Streuobstwiesen in der Nähe.“

„Hm, war das lecker“, seufzt Manja, nachdem auch die letzten Krümel vom Teller verschwunden sind. „Vielen Dank für dieses großartige Wochenende!“ Manfred strahlt: „Und weißt du, was das Beste ist? Dass wir hier direkt vor der Haustür noch so viele weitere, ganz unterschiedliche Gutshäuser und Schlösser haben. Da können wir ganz bald mal wieder los …!“

Freigelegter Sensationsfund: prächtige Holzmalereien unter Stuck, © TMV/Petermann
Hereinspaziert: Check-in im Romantikhotel im Gutshaus aus dem 17. Jahrhundert, © TMV/Petermann
Slow Food für Verliebte und Genießer im Restaurant Morizaner, © TMV/Petermann

Gutshäuser, Schlösser ...

... und weitere Ausflusgtipps.

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Vogelbeaobachtung, © Groh

Aussichtspunkt "Große Rosin"

  • 17159 Dargun

Der Blick in Westeuropas größtes Niedermoorgebiet läßt einem den Atem stocken. Ein wahres Vogelparadies!

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Blick aus 35 Metern Höhe vom Aussichtsturm des Baumkronenpfades Ivenack, © 1000seen.de

Baumkronenpfad Ivenacker Eichen

  • Vorübergehend geschlossen
  • Eichenallee, 17153 Ivenack

Der barrierefreie Baumkronenpfad ist 620 Meter lang. Höhepunkt ist der 40 Meter hohe Aussichtsturm mit Fahrstuhl und Besucherplattformen. Die Anlage befindet sich im Ivenacker Tiergarten.

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Fritz-Reuter-Literaturmuseum am Markt in Stavenhagen, © Fritz-Reuter-Literaturmuseum

Touristinformation Stavenhagen

  • Heute geöffnet
  • Markt, 17153 Stavenhagen

Stavenhagen wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts am Rande der Ritterburg Stove gegründet und heißt seit 1949 nach ihrem berühmten Sohn »Reuterstadt Stavenhagen«

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Schloß Vietgest

  • Schloßstr., 18279 Vietgest

Im romantischen Mecklenburg-Vorpommern, fast in der Mitte zwischen Hamburg und Berlin, umgeben von verträumten Teichen und malerischen Seen findet man das imposante, 230 Jahre alte Schloss mit seiner bewegten Geschichte. Schloß Vietgest hat 2020 als Kultur- und Eventlocation sowie Schloßhotel wieder eröffnet.

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Schloss Kummerow - die Südfassade, © Alexander Rudolph

Schloss Kummerow

  • Dorfstraße, 17139 Kummerow

Das Barockschloss am Ufer des Kummerower Sees wurde unter Berücksichtigung höchster denkmalpflegerischer Ansprüche saniert. Im Schloss ist eine Privatsammlung moderner Kunst mit dem Schwerpunkt internationaler Fotografie ausgestellt.

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Slow Food aus der ländlich feinen Küche, © Christin Drühl

Romantik Hotel Gutshaus Ludorf

  • Rondell, 17207 Ludorf

Am Westufer der Müritz, zwischen zwei Naturschutzgebieten gelegen, erblickt der Besucher eines der schönsten und ältesten Gutshäuser Mecklenburgs. Wer hier zu Gast ist, wird aus unserer hektischen Zeit zurückversetzt, in vergangene Jahrhunderte, in denen der Mensch im Einklang mit der Natur das Maß aller Dinge war.

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