Sie ist Kuratorin und stellvertretende Direktorin des Pommerschen Landesmuseum in Greifswald: Birte Frenssen. Im ersten Teil der „MV Locals“ nimmt uns die Kunsthistorikerin mit an ihre Lieblingsplätze.
Die untergehende Wintersonne lässt den knallroten Pullover von Birte Frenssen leuchten. Die Frau mit dem zeitlosen Kurzhaarschnitt und den wachen, braunen Augen steht auf einer Brücke über dem Ryck, ihr Blick ist auf das Wasser gerichtet. „Na, hat geklappt?“, fragt plötzlich eine ältere Dame im Vorbeigehen. Frenssen dreht sich um, lächelt und atmet tief aus. „Ja, hat alles geklappt.“
Frenssen ist Kuratorin im Pommerschen Landesmuseums und in Greifswald ein bekanntes Gesicht. An diesem Tag im Dezember ist die Kunsthistorikerin besonders gefragt. Gerade hat die neue Galerie der Romantik eröffnet. Und Birte Frenssen, die übrigens einen Doktortitel hat, aber ganz bodenständig das Du anbietet, strahlt vor Glück.
Zu sehen, wie nun Besucher durch die Ausstellung laufen, sich die Ruine Eldena im Riesengebirge und weitere Gemälde des berühmten Greifswalder Malers Caspar David Friedrich anschauen, sei das Schönste für sie. Ein besonderer Moment sei aber auch der kurz vor der Eröffnung gewesen, beim Kuratieren der Ausstellung, als sie allein auf dem Boden saß und überlegte, wie man die Kunstwerke hängt, damit sie für die Besucher am besten zur Geltung kommen.


Die neue Galerie der Romantik
Zwei Jahre wurde an einer Kapelle der Romantik und der Neugestaltung der Galerie gearbeitet, die beide ins Pommersche Landesmuseum integriert sind. Jetzt ist es endlich geschafft. Nun können Besucher die neue Dauerausstellung über Caspar David Friedrich (1774–1840) durch eine Art „Schleuse“ betreten, wie Frenssen es ausdrückt.
Auf den ersten Blick besteht diese Schleuse einfach aus einem sehr dunklen Raum. Doch wenn die beiden meterhohen Bildschirme am Ende des Raums angehen und Wetterszenen über dem Meer abspielen, während dazu tragende Musik erklingt – dann zieht diese Atmosphäre den Besucher raus aus dem Alltag und rein in die Welt des berühmten Malers.
„Ad Lumen“, (zum Licht), heißt das imposante Kunstwerk, das Besuchern Caspar David Friedrichs Blick auf die Natur vermitteln soll. Diesen Blick, der nie nur die Oberfläche streift, sondern in die Tiefe geht. Seinen Blick ins Unendliche.

Batterien aufladen im Seekayak
Am Tag der Eröffnung läuft Frenssen mit wachem Blick durch die Ausstellung. Wo gibt es noch Nachbesserungsbedarf? Wie reagieren die Besucher? Die Caspar-David-Friedrich-Expertin ist eine energiegeladene Frau, der man die unzähligen Überstunden, die sie in den vergangenen Monaten angehäuft haben muss, kaum anmerkt. Aber auch sie braucht Auszeiten, um ihre Batterien wieder aufzuladen. Und die nimmt sie sich zum Beispiel, wenn sie mit ihrem schnittigen englischen Seekayak in Mecklenburg-Vorpommern über die Wellen paddelt. „Das ist eine unglaubliche Freiheit!“, sagt Frenssen. Mal ist sie in Begleitung, oft genießt sie aber auch die Ruhe, wenn sie alleine in ihrem Kayak unterwegs ist.
Aufgewachsen ist die heute 58-Jährige in Husum, direkt an der Nordsee. Mit ihrem Onkel sei sie als Kind auch bei raueren Bedingungen ins Wasser gehüpft. Seitdem liebe sie Wellen in jeder Form, erzählt Frenssen und grinst verschmitzt. Und so liegt ihr Zuhause auch in Greifswald direkt am Wasser, am Ryck. Das Bootshaus, nur fünf Minuten entfernt.

Weitere Lieblingsorte der Kunsthistorikerin
Das Wasser ist aber nicht der einzige Ort, an dem Birte Frenssen zur Ruhe kommt. Den Sitz im Kayak tauscht sie gerne gegen einen gemütlichen Platz im „Café Getrud“, das nur wenige hundert Meter vom Pommerschen Landesmuseum entfernt ist.
Macht sie hier Pause, muss sie thematisch gar nicht groß umdenken. Denn auch im Café dreht sich vieles um die Kunst. Schließlich ist die Namensgeberin die Greifswalder Malerin Gertrud Berger, deren Werke im Gastraum hängen – zusammen mit Informationen zu ihrem Leben. Ein interaktiver Platz des kulturellen Gedächtnisses soll dieser Ort sein.
Diese Idee unterstützt Frenssen gerne, die mit einer Tasse Tee in der Hand aus dem Fenster schaut. In Richtung des nahegelegenen Doms St. Nikolai, in dem sich ein weiterer Lieblingsort der Kunsthistorikerin befindet. Die Orgelbank. Wenn sie dort auf der Empore sitzt, eng angelehnt an ihren Ehemann, dann ist sie ganz bei sich.
20 Jahre lang war Frank Dittmer hier Organist. Heute arbeitet er als Professor für Kirchenmusik mit Schwerpunkt Chorleitung an der Universität Greifswald. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder. Einen 24-jährigen Sohn, der Jura studiert. Und eine 26-jährige Tochter, die offenbar ähnliche Interessen wie ihre Mutter hat – ihre Studienfächer: zuerst Kunstgeschichte, jetzt Geschichte.

Diesen Wunsch will sich Frenssen verwirklichen
„Die Kunst war schon immer in mir drin“, erzählt Frenssen. Sie hätte sich auch vorstellen können, Kommunikationsdesignerin zu werden. Nach dem Abi entschied sie sich dann aber doch für Kunstgeschichte. Auch weil sie Historisches schon als Jugendliche interessierte. An die Uni oder in die Forschung wollte sie nie. Es ist das Praktische, das sie bis heute an ihrem Job als Kuratorin liebt: „Ich habe mehrere Berufe in einem. Ich bin Innenarchitektin, Journalistin, Museumsführerin und Buchgestalterin. Das finde ich toll.“
Aber einen Wunsch, den hat Birte Frenssen noch: Wenn sie in Rente ist, möchte sie Kinderbücher illustrieren.
16 Ergebnisse
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Pommersches Landesmuseum
- Heute geöffnet
- Rakower Str., 17489 Greifswald
Geschichte und Kunst erwarten euch im Pommerschen Landesmuseum – erlebt Caspar David Friedrich ganz neu in der Galerie der Romantik!
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Theater und Stadthalle Greifswald
- Robert-Blum-Straße, 17489 Greifswald
Das Theater Greifswald gehört zum Theater Vorpommern - gemeinsam mit dem Theater Stralsund seit 1994 und seit 2006 dem Theater Putbus.
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Universität Greifswald
- Domstraße, 17489 Greifswald
Die Universität Greifswald zählt zu den ältesten Universitäten Europas. Besonders das barocke Hauptgebäude mit den alten Fakultäten inmitten der Altstadt ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.
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Caspar-David-Friedrich Bildweg
- Rathaus/Markt, 17489 Greifswald
Entdecken Sie die nahezu authentischen Bildmotive des in Greifswald geborenen Künstlers - Caspar David Friedrich. An Aussichtspunkten, die Friedrich als Motive für seine Werke wählte und die noch heute erhalten sind, lässt sich die typische Friedrich-Stimmung nachempfinden.
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©© Wally Pruss Soziokulturelles Zentrum St. Spiritus
- Lange Straße, 17489 Greifswald
Das Soziokulturelle Zentrum bietet im historischen Ambiente eine atmosphärische Plattform für viele Veranstaltungen: Konzerte mit Live-Musik verschiedener Genres, Puppenspiel, Theater, Kleinkunst und andere Live-Events. Daneben gibt es wechselnde Kunstausstellungen, regelmäßige Zeichen- und Keramikkurse und Kunstworkshops.
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©© Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft e. V., ©2021 Gudrun Koch Caspar-David-Friedrich-Zentrum
- Heute geöffnet
- Lange Straße, 17489 Greifswald
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Museumswerft Greifswald
- Salinenstraße, 17489 Greifswald
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Sperrwerk Greifswald
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©© Gudrun Koch Marktplatz der Universität- und Hansestadt Greifswald
- Jederzeit frei zugänglich
- Markt, 17489 Greifswald
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VIA MOLINA Ostseeroute Vorpommern
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Bockwindmühle Eldena
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- Kirchstraße, 17493 Greifswald
In der Pfarrkirche Greifswald-Wieck finden Konzerte der Greifswalder Bachwoche statt.
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Klosterruine Eldena
- Jederzeit frei zugänglich
- Wolgaster Landstraße, 17493 Greifswald
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- Rathaus / Markt, 17489 Greifswald
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Rubenowdenkmal
- Jederzeit frei zugänglich
- 17489 Greifswald
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VIA MOLINA Ostseeroute Vorpommern
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